{"id":4515,"date":"2021-01-02T16:35:52","date_gmt":"2021-01-02T15:35:52","guid":{"rendered":"http:\/\/idas.noblogs.org\/?p=4515"},"modified":"2021-01-02T16:35:52","modified_gmt":"2021-01-02T15:35:52","slug":"sachsen-afd-waechst-nicht-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/idas.noblogs.org\/?p=4515","title":{"rendered":"Sachsen-AfD w\u00e4chst nicht mehr"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/idas.noblogs.org\/files\/2021\/01\/afd_ausweis.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"201\" class=\"alignright size-full wp-image-4514\" srcset=\"https:\/\/idas.noblogs.org\/files\/2021\/01\/afd_ausweis.jpg 200w, https:\/\/idas.noblogs.org\/files\/2021\/01\/afd_ausweis-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><span style=\"background-color:#fcffc4\">&nbsp;<i>Exklusiv<\/i>&nbsp;<\/span>\u2502 \u00dcber Jahre hat sich die AfD daran gew\u00f6hnt, Erfolge einzufahren \u2013 nicht nur bei Wahlen, sondern auch durch die Gewinnung neuer Mitglieder. Doch die fetten Jahre sind vorbei: In Sachsen konnte der gr\u00f6\u00dfte ostdeutsche Parteiverband nicht mehr zulegen, sondern stagnierte 2020 zum allerersten Mal. Das hat nur zum Teil mit Corona zu tun.<!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p><small><b>Beitrag vom 02.01.2021, 16:35 Uhr<\/b> \u2502<\/small><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #1e73be\">\u2193<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #1e73be\">Bundesweiter Trend<\/span><\/h3>\n<p>Die s\u00e4chsische AfD konnte 2020 kaum neue zahlende Anh\u00e4nger*innen hinzugewinnen. Gegen Ende des Jahres hatte der Landesverband knapp 2.600 Mitglieder, wie <i>idas<\/i> aus Parteikreisen best\u00e4tigt wurde. Damit ist die AfD im Freistaat wom\u00f6glich zum ersten Mal sogar leicht geschrumpft. Vor einem Jahr war auf Medienanfragen hin noch von 2.613 Mitgliedern die Rede gewesen, zudem von etlichen &#8222;Anw\u00e4rtern&#8220;, die einen Mitgliedsantrag eingereicht haben. Bei der AfD sind protokollierte Aufnahmegespr\u00e4che obligatorisch, erst dann entscheidet der Vorstand des \u00f6rtlich zust\u00e4ndigen Kreisverbandes \u00fcber den Beitritt. <\/p>\n<p>Dieses Prozedere ist seit dem Fr\u00fchjahr durch Corona ins Stocken geraten. So beklagte die Bundespartei im Sommer, dass bis zu 3.400 Interessent*innen in einer \u201eAufnahmewarteschleife\u201c festhingen. Zudem bereinigten die Landesverb\u00e4nde in den vergangenen Monaten ihre Karteien und strichen zahlreiche Personen, die keine Beitr\u00e4ge entrichteten. Effekt: Zwischenzeitlich sackte die AfD deutschlandweit auf unter 34.000 Mitglieder ab, nachdem sie 2019 knapp 35.000 Parteib\u00fccher ausgegeben hatte und damit so gro\u00df wie nie zuvor geworden war.<\/p>\n<p>Hinter den Kulissen hat das Thema erhebliche Bedeutung. Anfang 2020 und damit noch vor Beginn der Pandemie forderte der AfD-Konvent \u2013 ein internes Spitzengremium der Landes- und Bundesspitzen \u2013 die Parteif\u00fchrung auf, eine aufw\u00e4ndige Kampagne zu starten, um neue Mitglieder anzuwerben, wieder zu wachsen. Inzwischen wurden die Gebietsverb\u00e4nde mit schriftlichen Leitf\u00e4den ausgestattet, um die Akquise zu vereinheitlichen. Der Erfolg ist fraglich, neuere Zahlen pr\u00e4sentierte man seit einer Weile nicht. So wurde beim <a href=\"https:\/\/idas.noblogs.org\/?p=3930\">Bundesparteitag<\/a> Ende November im nordrhein-westf\u00e4lischen Kalkar zwar ein euphorischer Finanzbericht vorgetragen, doch genaue Angaben zum Mitgliederbestand lie\u00df man aus.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #1e73be\">Gesch\u00f6nte Zahlen<\/span><\/h3>\n<p>Kreativ war die s\u00e4chsische AfD bei ihrem letzten Landesparteitag vorgegangen, der Ende Februar in <a href=\"https:\/\/idas.noblogs.org\/?p=619\">Weinb\u00f6hla<\/a> (Landkreis Mei\u00dfen) stattfand. Dort hie\u00df es, dass man sich im Freistaat bereits auf mehr als 3.000 Mitstreiter*innen st\u00fctzen k\u00f6nne. Doch dieser vermeintliche Spitzenwert war kr\u00e4ftig frisiert. Neben rund 160 F\u00f6rdermitgliedern, die kein Stimm- und Antragsrecht haben, wurden auch Familienangeh\u00f6rige und selbst Kleinkinder mitgez\u00e4hlt. Durch diese F\u00e4lschung wurde kaschiert, dass der rasante Zustrom verebbt ist, an den man auf lange Sicht gew\u00f6hnt war. So hatte die s\u00e4chsische AfD in dem Jahr nach der letzten Bundestagswahl rund 600 Neumitglieder gewonnen, ein sattes Plus von einem Drittel. Doch von 2018 auf 2019 stand unterm Strich nur noch ein Zuwachs von rund elf Prozent.<\/p>\n<p>Nachdem fr\u00fchere Wahlerfolge zuverl\u00e4ssig dazu gef\u00fchrt hatten, dass deutlich mehr Mitgliedsantr\u00e4ge eingehen, blieb ein \u00e4hnlich starker Effekt nach der Landtagswahl 2019 aus. Das Ende des Wachstums, das sich jetzt in Sachsen andeutet, best\u00e4tigt Annahmen, wonach die AfD ihr Potential ausgesch\u00f6pft hat. Es handelt sich um ein Novum in der Parteigeschichte, das sich k\u00fcnftig zum Problem f\u00fcr den Landesverband auswachsen k\u00f6nnte: So vermochte es die AfD im Freistaat, aus Krisen recht unbeschadet hervorzugehen. Austrittswellen durch die Abg\u00e4nge Bernd Luckes 2015 und Frauke Petrys 2017 fielen praktisch nichts ins Gewicht, da sie durch Neumitglieder mehr als aufgewogen werden konnten.<\/p>\n<p>Vor allem auf deren Beitr\u00e4ge ist man dringend angewiesen. Dem zuletzt vorgelegten offiziellen Rechenschaftsbericht f\u00fcr das Jahr 2018 zufolge stammen \u00fcber 40 Prozent der Einnahmen der Sachsen-AfD aus regelm\u00e4\u00dfigen Mitgliedszahlungen. Es handelt sich um die wichtigste Finanzquelle, noch vor den sogenannten Mandatstr\u00e4gerabgaben, Spenden und staatlichen Zusch\u00fcssen. Innerhalb Sachsens sind die Mitglieder derweil auff\u00e4llig ungleich verteilt. Mit gro\u00dfem Abstand ist der Kreisverband Dresden die st\u00e4rkste AfD-Gliederung, dort sind rund 350 Parteifreund*innen eingeschrieben. Am anderen Ende stehen Nordsachsen und der Landkreis Leipzig mit jeweils nur etwas mehr als 100.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Exklusiv&nbsp;\u2502 \u00dcber Jahre hat sich die AfD daran gew\u00f6hnt, Erfolge einzufahren \u2013 nicht nur bei Wahlen, sondern auch durch die Gewinnung neuer Mitglieder. Doch die fetten Jahre sind vorbei: In Sachsen konnte der gr\u00f6\u00dfte ostdeutsche Parteiverband nicht mehr zulegen, sondern stagnierte 2020 zum allerersten Mal. 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