{"id":3930,"date":"2020-11-28T09:00:05","date_gmt":"2020-11-28T08:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/idas.noblogs.org\/?p=3930"},"modified":"2020-11-29T18:16:58","modified_gmt":"2020-11-29T17:16:58","slug":"ticker-afd-bundesparteitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/idas.noblogs.org\/?p=3930","title":{"rendered":"Ticker: AfD-Bundesparteitag"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #c43025\">\u25cf <i>Live<\/i><\/span> \u2502 <span style=\"background-color:#fcffc4\">+++ Parteitag beendet +++ <\/span> \u2502 An diesem Wochenende traf sich die AfD in Kalkar (NRW) zu ihrem 11. Bundesparteitag. Im Zentrum des &#8222;Sozialparteitags&#8220; stand ein Leitantrag zur Rentenpolitik. Es gab einige Neuwahlen \u2013 und hitzige Reaktionen auf eine Rede des Vorsitzenden J\u00f6rg Meuthen. Die wichtigsten Ergebnisse und das komplette <i>idas<\/i>-Protokoll zum Nachlesen:<!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p><small><b>Beitrag vom 29.11.2020, 18:00 Uhr<\/b> \u2502 Im Bild: Blick in den Tagungssaal.<\/small><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #1e73be\">\u2193<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #1e73be\">Die wichtigsten Ergebnisse des Parteitags<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> Die beiden Parteivorsitzenden hielten getrennte Grundsatzreden. <b>Tino Chrupalla<\/b> warb f\u00fcr eine sozialere Orientierung der AfD. <b>J\u00f6rg Meuthen<\/b> ging hart mit den Fl\u00fcgel-Kr\u00e4ften und auch der Bundestagsfraktion ins Gericht. Er f\u00fcrchtet ein Scheitern der Partei, wenn sie nicht &#8222;seri\u00f6s&#8220; auftritt. Die Reaktionen waren energisch und tief gespalten, doch eine knappe Mehrheit der Delegierten steht auf Meuthens Seite \u2013 der Fl\u00fcgel hat das Nachsehen, wie die Abstimmungen zeigen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> Der vorbereitete <b>Leitantrag zur Sozialpolitik<\/b>, der das &#8222;Rentenkonzept&#8220; der Partei enth\u00e4lt, wurde schneller als gedacht und mit gro\u00dfer Zustimmung von 89 Prozent beschlossen. Es gab nur wenige \u00c4nderungen, eine Mehrheit fanden Zusatz-Antr\u00e4ge zur Verbesserung der Lage von Rentner*innen im Osten, zur Ablehnung der Pandemie-Eind\u00e4mmung sowie zur Kritik an der WHO. \u00dcberraschend abgesetzt wurde der viel diskutierte Antrag, eine Art Grundeinkommen (\u201eStaatsb\u00fcrgergeld\u201c) zu erproben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> Der s\u00e4chsische Landtagsabgeordnete <b>Carsten H\u00fctter<\/b> ist neuer Bundesschatzmeister, er setzte sich mit 51 Prozent knapp gegen Emil S\u00e4nze durch, einen Fl\u00fcgel-nahen Gegenkandidaten. Stellvertreter wurde Christian Waldheim, er gewann mit einer Stimme Vorsprung gegen den Bundestagsabgeordneten Harald Weyel. Neue Beisitzerin im Parteivorstand ist die Bundestagsabgeordnete <b>Joana Cotar<\/b>. Mit 52 Prozent der Stimmen stach sie den aus Sachsen stammenden Europaabgeordneten Maximilian Krah aus. Auch er w\u00e4re ein Wunschkandidat der Rechtsau\u00dfen-Kr\u00e4fte gewesen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> Meuthens &#8222;Brandrede&#8220;, wie er sie inzwischen selber nennt, wurde am Sonntag <b>besonders hitzig und lautstark diskutiert<\/b>, inklusive Forderungen an den Parteivorsitzenden, die AfD zu verlassen. Doch nach zwei Stunden entschied sich eine knappe Mehrheit gegen den Antrag, dessen &#8222;Unterstellungen&#8220; zu missbilligen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> Zu Rechnungspr\u00fcfern der Bundespartei wurden <b>Sascha Schl\u00f6sser<\/b> und <b>Eberhard Brett<\/b> gew\u00e4hlt. Ins Bundesschiedsgericht entsandten die Delegierten f\u00fcnf Parteirichter: <b>Walter Wissenbach<\/b>, <strong>Marc Vallendar<\/strong>, <strong>Werner Berendes<\/strong>, <strong>Stephan Wunsch<\/strong> und erstmals den s\u00e4chsischen Landtagsabgeordneten <strong>Christopher Hahn<\/strong>. Die geplante Wahl von Ersatzrichter*innen wurde abgebrochen und damit verhindert, dass der Rechtsau\u00dfen-Politiker Dubravko Mandic gew\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> Nach einer <strong>z\u00e4hen Debatte um Satzungs\u00e4nderungen<\/strong> wurden einige noch offene Antr\u00e4ge \u00fcbersprungen. Der Parteitag hat damit nicht sein komplettes Pensum abgearbeitet. Am Ende standen, wie schon zu Beginn, zwei getrennte Reden der beiden Parteivorsitzenden. Die AfD ging geteilt in das mit Spannung erwartete Treffen \u2013 und kommt im gleichen Zustand wieder heraus.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #1e73be\">Sonntag, 29. November<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:51 \u2502 Der <b>11. Bundesparteitag<\/b> endet mit dem Absingen der Nationalhymne. Vom Band kommt die Melodie. Es ist eine Marschversion, eingespielt durch die 11. Panzer-Grenadier-Division.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:49 \u2502 Unter anderem eine Resolution zu Bergkarabach wird nicht mehr beraten. Stattdessen kommt es zu <b>zwei getrennten Schlussworten<\/b> der beiden Bundesvorsitzenden; sie hatten bereits getrennte Auftaktreden gehalten. <b>Chrupalla<\/b> ist zufrieden: &#8222;Wir haben diesen Bundesparteitag mit Abstand und Anstand gemeistert&#8220;, sagt er, &#8222;und die Soziale Marktwirtschaft wieder in den Mittelpunkt unserer Programmatik ger\u00fcckt&#8220;. Es habe allerdings auch &#8222;kontroverse Debatten bis in den Grenzbereich hinein&#8220; gegeben. Er kritisiert Meuthen, ohne ihn namentlich zu nennen: &#8222;\u00d6ffentliche Angriffe&#8220; auf den Ehrenvorsitzenden Gauland und die Bundestagsfraktion geh\u00f6rten nicht in die \u00d6ffentlichkeit, &#8222;dreckige W\u00e4sche sollte zuhause gewaschen werden&#8220;. Dennoch ziehe man &#8222;geschlossen und gemeinsam&#8220; ins Bundestagswahljahr. <b>Meuthen<\/b> h\u00f6rt zu und widerspricht nicht. Streit sei &#8222;nicht ganz v\u00f6llig ungew\u00f6hnlich&#8220;, sagt er dann und geht zu Eigenlob \u00fcber: &#8222;Wir haben gezeigt, dass es geht&#8220;, einen Parteitag unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie abzuhalten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:41 \u2502 Norbert Kleinw\u00e4chter will <b>zum Ende kommen<\/b>, daf\u00fcr offene Antr\u00e4ge \u00fcberspringen und die Nationalhymne singen. Damit w\u00e4re der Parteitag gleich vorbei. Es gibt aber einige Gegenreden aus dem Plenum, vor allem von denen, die darauf warten, dass eigene Antr\u00e4ge noch aufgerufen werden. Dazu wird abgestimmt: Vorschlag angenommen!<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:32 \u2502 Ein langes Hin und Her, so ist es meist bei Parteitagen. Dann wird abgestimmt: Der Antrag zur Neuregelung von Notvorst\u00e4nden <b>scheitert<\/b> an der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit, es reicht nur zu 65,96 Prozent. Abgegeben wurden zuletzt \u00fcbrigens 337 Stimmen. In der Spitze waren aber 532 Delegierte anwesend, bei weiterem Schwund droht die Beschlussunf\u00e4higkeit des Treffens.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:22 \u2502 Es geht um umfangreiche und recht komplexe Satzungs\u00e4nderungen zu der Frage, ab wann der Vorstand eines Parteiverbands beschluss- und handlungsunf\u00e4hig ist \u2013 und auf welche Weise dann ein sogenannter <strong>Notvorstand<\/strong> eingesetzt werden darf. Das ist wiederholt geschehen, in den Landesverb\u00e4nden Saar und Berlin, aber auch auf regionaler Ebene, etwa im Vogtlandkreis. Es handelt sich um ein praktisches Problem, auf dessen L\u00f6sung auch der AfD-Bundeskonvent gedr\u00e4ngt hatte. Die Diskussion zieht sich hin.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:57 \u2502 Es werden gemeinsam zwei Antr\u00e4ge aufgerufen, die pr\u00e4zisieren wollen, ab wann ein &#8222;erheblicher&#8220; Versto\u00df gegen die Ordnung der Partei vorliegt. Das ist wichtig bei <b>Ausschlussverfahren<\/b>. Einer der Antr\u00e4ge kommt vom Bundesvorstand der &#8222;Jungen Alternative&#8220;. Doch der Nachwuchsverband kann den Antrag nicht begr\u00fcnden \u2013 ist niemand aus dem JA-Vorstand mehr vor Ort? Der zweite Antrag, der von Teilen des Bundesvorstands getragen wird, geht in die gleiche Richtung und kann diskutiert werden. Hier wieder aufgegriffen wird ein m\u00f6glicher Rauswurf aus der Partei nach dem Austritt aus einer Fraktion. &#8222;Ganz wichtig&#8220;, hei\u00dft es dazu aus dem Plenum. Doch es wird zugleich einger\u00e4umt, dass strittig ist, ob so etwas in einer Satzung stehen darf. Abstimmungsergebnis: Die Antr\u00e4ge werden heute nicht beschlossen, sondern gehen f\u00fcr weitere \u00dcberarbeitungen zur\u00fcck an den Satzungsausschuss der Partei.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:34 \u2502 Einige weitere <b>Antr\u00e4ge werden abger\u00e4umt<\/b>, manche freiwillig. Der Landesvorstand Niedersachsen beispielsweise wollte die Parteisatzung \u00e4ndern, das Ziel: Mandatstr\u00e4ger*innen, die AfD-Fraktionen verlassen, &#8222;beenden damit gleichzeitig ihre Mitgliedschaft in der AfD&#8220;. Das ist offensichtlich eine Reaktion auf das Scheitern der nieders\u00e4chsischen Landtagsfraktion. Doch der Antrag wurde kurzfristig wieder zur\u00fcckgezogen \u2013 in der vorliegenden Form d\u00fcrfte er rechtswidrig sein, denn er f\u00fchrt einen Zwang f\u00fcr frei gew\u00e4hlte Abgeordnete ein, sich einer bestimmten Fraktion anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:30 \u2502 Weiter geht es mit <b>Antr\u00e4gen zur Parteisatzung<\/b>. Der Kreisvorstand Freiburg \u2013 also die Gruppe um Mandic \u2013 wollte Regelungen zur Mitgliederaufnahme \u00e4ndern und die Unvereinbarkeitsliste der AfD in der bisher bestehenden Form kippen. \u00c4hnliche Vorst\u00f6\u00dfe hat es bereits bei fr\u00fcheren Parteitagen gegeben. Doch die Antragsteller*innen sind offensichtlich gar nicht mehr vor Ort. Die Delegierten machen daher kurzen Prozess und streichen diese Antr\u00e4ge.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:26 \u2502 Nach langem Hin und Her erfolgt die <b>Abstimmung<\/b>. Zwar wollen 59 Prozent die umstrittene \u00c4nderung der Schiedsgerichtsordnung, erforderlich w\u00e4re aber eine Zweitdrittel-Mehrheit. Der Antrag ist damit gescheitert.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:18 \u2502 Es gibt \u00c4nderungsantr\u00e4ge, um die voll entbrannte, aber auch <b>z\u00e4he Satzungsdebatte<\/b> voranzubringen. Vorgeschlagen wird unter anderem eine Sechs-Monats-Frist, in der Schiedsverfahren durch prozessuale Ma\u00dfnahmen fortgef\u00fchrt werden m\u00fcssen. J\u00fcrgen Pohl \u00fcberzeugt das nicht, er will die Satzung belassen, wie sie ist. Denkbarer Hintergrund: Die Parteigerichte sind Machtdom\u00e4nen unterschiedlicher Str\u00f6mungen, je nach Einfluss k\u00f6nnen zum Beispiel Ausschlussverfahren bef\u00f6rdert oder blockiert werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:55 \u2502 Mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit beschlie\u00dft der Parteitag eine kleine Pr\u00e4zisierung der <b>Schiedsgerichtsordnung<\/b>. Eine zweite \u00c4nderung geht nicht so einfach durch. Kern dieses Antrags: Alle Schiedsgerichte werden aufgefordert, &#8222;anh\u00e4ngige Verfahren in angemessener Weise zu f\u00f6rdern&#8220; \u2013 eine Art Beschleunigungsgebot, wie man es von staatlichen Gerichten kennt. Die Fl\u00fcgel-Leute sind aufgeschreckt, J\u00fcrgen Pohl protesiert energisch: Hier werde die Bundesebene &#8222;erm\u00e4chtigt&#8220;, in Verfahren der Landesschiedsgerichte einzugreifen, er spricht von &#8222;stalinistischen Regelungen&#8220;. Auch der s\u00e4chsische Bundestagsabgeordnete Jens Maier meldet sich zu Wort, nennt den Antrag &#8222;nicht sachgerecht&#8220;, er sei zu schwammig. Der s\u00e4chsische Landtagsabgeordnete Norbert Otto Meyer, wie sein Vorredner seit langem im Landesschiedsgericht aktiv, nennt den Antrag &#8222;\u00fcberfl\u00fcssig&#8220;, inhaltlich sei er ein &#8222;unzul\u00e4ssiger Eingriff in die Autonomie der Landesschiedsgerichte&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:46 \u2502 Aus dem Plenum kommt der Antrag, eigentlich anstehende Satzungsdiskussionen auszulassen, zu den wenigen noch offenen Sachantr\u00e4gen zu springen \u2013 und dann den Parteitag vorzeitig zu beenden. Grund: Die Reihen haben sich schon etwas gelichtet. Das Pr\u00e4sidium widerspricht, es seien noch gen\u00fcgend Delegierte vor Ort. Klarheit bringt die Abstimmung: Von 532 Delegierte, die insgesamt anwesend waren, sind es jetzt noch 341. Und knapp 60 Prozent von ihnen wollen den <b>Parteitag fortsetzen<\/b>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:33 \u2502 Es folgt der <b>Finanzbericht<\/b> des Bundesschatzmeisters Carsten H\u00fctter. Reinverm\u00f6gen der Partei im Jahr 2019: knapp 17,8 Millionen Euro. Davon kamen zuletzt rund 2,8 Millionen aus Mitgliedsbeitr\u00e4gen und weitere 2,5 Millionen aus Spenden. Knapp zwei Millionen Euro wurden f\u00fcr hauptamtliches Personal der Bundespartei ausgegeben \u2013 und mehr als vier Millionen zur\u00fcckgestellt, offenbar f\u00fcr anstehende Klagen und Strafzahlungen f\u00fcr fr\u00fchere Parteispendenskandale.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:25 \u2502 H\u00fctter bleibt am Mikrofon, es geht jetzt um die Lage im <b>Landesverband Saarland<\/b>. Der komplette dortige Landesvorstand war Ende M\u00e4rz seines Amtes enthoben worden, unter anderem H\u00fctter fungierte seither als Mitglied eines &#8222;Notvorstands&#8220;. Dessen Arbeit ist mit der k\u00fcrzlich erfolgten Neuwahl eines ordentlichen Vorstands erledigt. Den Eingriff der Bundespartei muss der Parteitag nachtr\u00e4glich best\u00e4tigen \u2013 und das passiert mit so breiter Mehrheit, dass eine exakte elektronische Wahl nicht n\u00f6tig ist. Den Wunsch nach einer Aussprache gab es \u00fcberraschenderweise nicht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:21 \u2502 Schatzmeister <b>Carsten H\u00fctter<\/b> berichtet, wie Parteiverb\u00e4nde in der Pandemie-Situation finanziell unterst\u00fctzt werden: Es gibt Geldspritzen von der Bundes-AfD, um vor allem Aufstellungsversammlungen f\u00fcr kommende Wahlen unter erschwerten Bedingungen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:18 \u2502 Im Schnelldurchlauf werden <b>zentrale Beschl\u00fcsse<\/b> des Bundesvorstands vorgestellt, recht holzschnittartig und ohne Nennung irgendwelcher Details, die nicht bereits aus Medien bekannt sind. Der eigentliche Bericht, der unter Verschluss bleiben soll, umfasst 65 Seiten. Aus dem Publikum kommt die Bitte, den Bericht den Delegierten vorzulegen. Chrupalla sagt, &#8222;einige Stichpunkte&#8220; k\u00f6nne man k\u00fcnftig vorlegen \u2013 aber nicht alles.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:07 \u2502 Wie sich die AfD unter anderem mit dem Verfassungsschutz auseinandersetzt? Die Partei hat eine Werbeagentur beauftragt und <strong>250.000 Euro<\/strong> in die Imagekampagne &#8222;Wir sind das Grundgesetz&#8220; investiert, berichtet Meuthen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:03 \u2502 Die Wahlen sind vorzeitig beendet worden, fortgesetzt wird mit dem <b>T\u00e4tigkeitsbericht<\/b> der beiden Bundesvorsitzenden Meuthen und Chrupalla. Es geht zun\u00e4chst um den juristischen Umgang mit dem Verfassungsschutz, um Parteiausschlussverfahren und die AfD-eigene Unvereinbarkeitsliste.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:00 \u2502 Zwischeninformation: Als Richter und dann auch als Ersatzrichter wollte sich <strong>Julien Wiesemann<\/strong> aus dem Kreisverband Mei\u00dfen bewerben, doch er hat es sich anders \u00fcberlegt. Warum? Er habe festgestellt, &#8222;dass er f\u00fcr einen Abgeordneten arbeitet&#8220;, hei\u00dft es aus dem Plenum. Damit liegt ein Interessenskonflikt vor, der die Richtert\u00e4tigkeit ausschlie\u00dft, die Satzung will es so. Kein Hindernis f\u00fcr eine Kandidatur w\u00e4re es \u00fcbrigens gewesen, dass ein Foto existiert, auf dem Wiesemann den Hitlergru\u00df zeigt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:59 \u2502 Weiter geht es mit der Wahl von Ersatzrichter*innen \u2013 eigentlich. Antreten will Dubravko Mandic, das ist keine \u00dcberraschung mehr. Daraufhin wird aber beantragt, die <b>Wahlen an diesem Punkt zu beenden<\/b>. Offenbar sind viele der Delegierten von Mandic schwer genervt, 58 Prozent wollen den Tagesordnungspunkt schlie\u00dfen. So kommt&#8217;s auch.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:53 \u2502 Zwei Vorschl\u00e4ge gibt es zun\u00e4chst f\u00fcr den f\u00fcnften Posten, Julien Wiesemann und <b>Christopher Hahn<\/b>. Beide kommen aus Sachsen, Wiesemann will jedoch nicht antreten. So bleibt es auch hier bei einem einzigen Kandidaten. Hahn ist Landtagsabgeordneter in Sachsen, Typ Hinterb\u00e4nkler. Mit juristischer Expertise fiel er bislang nicht auf, stattdessen mit einer <a href=\"https:\/\/idas.noblogs.org\/?p=1925\"> \u21aa umstrittenen Brief-Aktion<\/a>. Auff\u00e4llig: Hahn sagt auf der B\u00fchne, dass er Berufssoldat ist \u2013 erw\u00e4hnt aber nicht, dass er k\u00fcrzlich ein Immobilienb\u00fcro er\u00f6ffnet hat. Mit 82,3 Prozent wird er gew\u00e4hlt, das bisher beste Ergebnis.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:46 \u2502 F\u00fcr den vierten Posten bewirbt sich <b>Stephan Wunsch<\/b>, es gibt abermals keine Gegenkandidat*innen. Er bezeichnet sich als den &#8222;mit Abstand dienst\u00e4ltesten Schiedsrichter der Partei&#8220;. Zum Vorwurf, es w\u00fcrde Einfluss auf Urteile genommen, sagt er \u00fcbrigens: &#8222;Ja, die Versuche gab es.&#8220; Aber nur in seltenen F\u00e4llen, man habe das abgeblockt. Die Delegierten best\u00e4tigen ihn mit 77,6 Prozent im Amt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:38 \u2502 Auch f\u00fcr den dritten Richterposten gibt es nur einen Kandidaten, <b>Werner Berendes<\/b>, und auch er will seine T\u00e4tigkeit im Bundesschiedsgericht fortsetzen. Vorw\u00fcrfe, wonach Einfluss auf die Gerichtsarbeit genommen werde, seien &#8222;Fata Morganas&#8220;. Mit 79,7 Prozent der Stimmen ist er wiedergew\u00e4hlt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:30 \u2502 F\u00fcr einen weiteren Richterposten gibt es nur einen Kandidaten, <b>Marc Vallendar<\/b>, der im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt. Vallendar ist bereits seit zwei Jahren Mitglied des Bundesschiedsgerichts und will seine Arbeit dort fortsetzen. Die Delegierten wollen&#8217;s auch \u2013 72 Prozent kann er verbuchen, er ist gew\u00e4hlt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:22 \u2502 Wahlergebnis: <b>Walter Wissenbach<\/b> setzt sich mit 58 Prozent durch. Mandic hat knapp ein Drittel der Delegierten hinter sich.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:16 \u2502 Der als gem\u00e4\u00dfigt geltende <b>Wissenbach<\/b>, bereits erfahren als Parteirichter des Bundesverbands, schw\u00e4rmt von den &#8222;hochintellektuellen Beratungen&#8220;, die er im Bundesschiedsgericht erlebt habe. Die Vorw\u00fcrfe, die Mandic ohne Belege vorgebracht hat, weist er zur\u00fcck. Hier prallen wohl Welten aufeinander \u2013 Wissenbach war am Parteiausschluss gegen Kalbitz beteiligt. Ein Delegierter will vor genau diesem Hintergrund wissen, ob er &#8222;politische Urteile&#8220; f\u00e4llt, er sei einmal so zitiert worden. Das weist Wissenbach zur\u00fcck.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:10 \u2502 Kandidat <b>W\u00fcrdig<\/b> behauptet bei seiner Vorstellung, dass Parteiausschlussantr\u00e4ge &#8222;missbr\u00e4uchlich&#8220; gestellt worden seien. Er schimpft auf den Verfassungsschutz, echauffiert sich \u00fcber &#8222;Linksfaschismus&#8220;. &#8222;Die Seele unseres Heimatlandes wird zerst\u00f6rt&#8220;, sagt er, und Islamisten w\u00fcrden es \u00fcbernehmen wollen. In dieser Situation \u00fcber eine Spaltung der Partei nachzudenken sei ein &#8222;Verbrechen&#8220;, f\u00e4hrt er fort und meint offensichtlich Meuthen. Damit hat er sich klar positioniert.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:03 \u2502 <b>Dubravko Mandic<\/b> stellt sich vor und sagt, er habe als Anwalt &#8222;genug Erfahrung&#8220; f\u00fcr das Schiedsgericht, Parteirichter war er bereits in seinem Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg. Dann beginnt die gro\u00dfe Schelte: Er behauptet, dass Mitglieder im Bundesschiedsgericht mitunter nicht unabh\u00e4ngig seien und ihr Amt &#8222;missbraucht&#8220; h\u00e4tten, um &#8222;auf Gehei\u00df des Bundesvorstands&#8220; vorgegebene Urteile zu f\u00e4llen. Seiner Ansicht nach d\u00fcrfe es nicht passieren, &#8222;irgendwelche Vorgaben des Verfassungsschutzes intern einfach umzusetzen&#8220;. Das sind \u00fcbrigens alles Punkte, die gegen den Ausschluss des Neonazis Andreas Kalbitz vorgebracht wurden. Aus dem Plenum kommt die Frage, ob sein Stil nicht etwa &#8222;geschmacklos&#8220; sei. Mandic reagiert w\u00fctend und beschwert sich, dass ihm Vorw\u00fcrfe gemacht werden, &#8222;wenn alle Medien hier versammelt sind.&#8220; Weitere Frage: Kann er seinen schwerwiegenden Vorwurf belegen, dass Schiedsgerichte der Partei nicht unabh\u00e4ngig sind?  &#8222;Meine Informationen habe ich aus meiner eigenen T\u00e4tigkeit als Schiedsrichter&#8220; \u2013 doch dar\u00fcber d\u00fcrfe er leider nicht reden. Es sei aber ein &#8222;offenes Geheimnis&#8220;, meint Mandic, und &#8222;wer etwas anderes behauptet, l\u00fcgt&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:48 \u2502 Es gibt drei Kandidaten f\u00fcr den ersten Schiedsrichterposten, begleitet von einem Raunen im Saal. Fl\u00fcgel-Mann J\u00fcrgen Pohl schl\u00e4gt n\u00e4mlich <b>Dubravko Mandic<\/b> vor. Hinzu kommen <b>Peter W\u00fcrdig<\/b> und <b>Walter Wissenbach<\/b>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:42 \u2502 N\u00e4chster Punkt ist die Wahl von f\u00fcnf <b>Richter*innen<\/b> und von bis zu neun <b>Ersatzrichter*innen<\/b> f\u00fcr das Bundesschiedsgericht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:38 \u2502 <b>Wahlergebis<\/b>: Zum 1. Rechnungspr\u00fcfer ist Sascha Schl\u00f6sser gew\u00e4hlt (55 Prozet), zum 2. Rechnungspr\u00fcfer Eberhard Brett. Die Funktion wird gleichberechtigt ausge\u00fcbt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:32 \u2502 <b>Schl\u00f6sser<\/b> berichtet, dass er zuletzt Mitglied im th\u00fcringischen Schiedsgericht war. Die T\u00e4tigkeit als Rechnungspr\u00fcfer sei &#8222;sehr wichtig&#8220;, er bringe daf\u00fcr &#8222;gesunden Menschenverstand&#8220; mit, doch offenbar kaum weitere Erfahrung auf diesem Gebiet. Fragen an ihn gibt es nicht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:29 \u2502 <b>Brett<\/b> hat sich vorgestellt. Er ist bisher schon Rechnungspr\u00fcfer der Bundespartei, unter anderem gemeinsam mit der s\u00e4chsischen Landtagsabgeordneten Doreen Schwietzer. Auf die Frage, wie es bisher lief, sagt er, dass &#8222;nicht unerhebliche Missst\u00e4nde&#8220; bei der Kontrolle der Parteifinanzen festgestellt worden seien. Eine weitere Frage lautet, ob es stimmt, dass gegen ihn ein Parteiausschlussverfahren l\u00e4uft. Darauf antwortet er nicht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:18 \u2502 Es gibt nur zwei Kandidaten f\u00fcr die Wahl von Rechnungspr\u00fcfern: <b>Sascha Schl\u00f6sser<\/b> und <b>Eberhard Brett<\/b>. Vorgeschlagen worden war zudem <b>Torsten Gahler<\/b>. Er ist Landtagsabgeordneter in Sachsen sowie Schatzmeister des Landesverbands \u2013 und sagt auf Nachfrage, dass er nicht zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:13 \u2502 Delegierte verlassen gerade scharenweise im Saal. Jene, die geblieben sind, lehnen eine Pause ab. Daher geht es in der regul\u00e4ren Tagesordnung weiter, nun mit der <strong>Wahl von Rechnungspr\u00fcfer*innen<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:11 \u2502 Alice Weidel informiert \u00fcber den <b>Gesundheitszustand von Alexander Gauland<\/b>: &#8222;Es geht ihm gut, es war nur eine Kleinigkeit, er ist wohlauf.&#8220; Er war am Morgen von einem Krankenwagen abgeholt worden. Nach unterschiedlichen Berichten war er wahlweise gest\u00fcrzt, oder eine Ader ist geplatzt, oder ihm war &#8222;unwohl&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:08 \u2502 Was f\u00fcr eine Wendung! Eine knappe Mehrheit von 53,2 Prozent der 509 Delegierten stimmt daf\u00fcr, die weitere Behandlung des Antrags <b>abzusetzen<\/b>. Das hei\u00dft: Am Ende der langen Parteitags-Debatte gibt es keinen Showdown und keinen Beschluss gegen den Vorsitzenden. Das war knapp f\u00fcr ihn.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:05 \u2502 In der Zwischenzeit wird nochmals gebeten, den Antrag &#8222;sofort&#8220; abzusetzen, wie am Anfang schon. Diesmal kommt der Vorschlag von Bundes-Vize <b>Kay Gottschalk<\/b>. Zur Begr\u00fcndung sagt er, dass f\u00fcr alle Beteiligten die M\u00f6glichkeit bleiben m\u00fcsse, den Parteitag &#8222;ohne Gesichtsverlust&#8220; zu verlassen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:01 \u2502 Die <b>aktuelle Fassung<\/b> des Antrags, \u00fcber den gleich abgestimmt werden soll, lautet: <i>&#8222;Der Bundesvorstand missbilligt die Unterstellungen aus der Begr\u00fc\u00dfungsrede von Prof. Dr. Meuthen und weist diese Unterstellungen zur\u00fcck.&#8220;<\/i> Urspr\u00fcnglich war etwas allgemeiner von einem &#8222;spalterischen Gebaren&#8220; und einem &#8222;Absturz in der W\u00e4hlergunst&#8220; die Rede, zudem wurden nicht namentlich genannte &#8222;Parteig\u00e4nger&#8220; erw\u00e4hnt. Derzeit wird gekl\u00e4rt, ob der Antragstext ohne Weiteres ausgetauscht werden darf.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:55 \u2502 Wieder einmal steht <b>Mandic<\/b> am Mikrofon. Er will den anfangs schon vorgestellten \u00c4nderungsantrag aus Brandenburg \u00fcbernehmen. Andere \u00c4nderungsantr\u00e4ge sind fast mit einer Zweidrittel-Mehrheit abger\u00e4umt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:48 \u2502 Vorbei ist das Thema damit keineswegs. Zum immer noch nicht abgestimmten Ursprungsantrag gibt es mehrere <b>\u00c4nderungsvorschl\u00e4ge<\/b> \u2013 K\u00fcrzung oder Umformulierung.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:44 \u2502 Zum inzwischen dritten Mal wird beantragt, die <b>Debatte zu beenden<\/b>. Nach rund anderthalb Stunden haben viele der Delegierten genug. Ergebnis: 55 Prozent wollen zum Ende kommen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:39 \u2502 <b>Albrecht Glaser<\/b> erinnert daran, dass der Freiburger Antrag, um den es eigentlich geht, schon mehrere Wochen alt ist und mit Meuthens gestriger Rede nichts zu tun haben kann. Sie werde jetzt aber genutzt, um einen &#8222;Personenkrieg&#8220; anzufachen. Es werde nun sogar versucht, eine &#8222;Zensur&#8220; \u00fcber den Vorsitzenden zu verh\u00e4ngen. Der n\u00e4chste Redner fragt, wo eigentlich dieser <b>&#8222;Herr H\u00f6cke&#8220;<\/b> ist, der ein &#8222;Strippenzieher&#8220; im Hintergrund sei \u2013 &#8222;zeigen Sie sich!&#8220; H\u00f6cke sitzt \u00fcbrigens im Saal, weit hinten, das ganze Wochenende lang hat er das Saalmikrofon noch nicht genutzt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:29 \u2502 Die <b>Argumente wiederholen sich<\/b>, nur die Stimmlagen heben weiter an. Was auff\u00e4llt: Die verfeindeten Lager werfen sich gegenseitig Spaltung vor und werben f\u00fcr Einheit als &#8222;oberstes Ziel&#8220;; genau die Rhetorik, die seit Fr\u00fchjahr die parteiinterne Debatte pr\u00e4gt. Doch immer noch scheint allen Beteiligten vollkommen unklar zu sein, <i>wor\u00fcber<\/i> sie sich einig werden sollen. Heute zeigt sich \u00fcberdeutlich, dass die AfD in Wirklichkeit aus zwei Parteien besteht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:16 \u2502 <b>Schmutzige W\u00e4sche<\/b> wird auch gewaschen. Ein Redner macht eine neue Front auf und greift das Vorstandsmitlied Alexander Wolf an, der Meuthen soeben verteidigt hat. &#8222;Fragen Sie ihn nach dem Schreiben seiner Burschenschaft&#8220;, ruft er in die Richtung des Vorsitzenden, bevor ihm das Mikrofon abgestellt wird. Es meldet sich <b>Petra Federau<\/b> aus Schwerin zu Wort, sie sei entt\u00e4uscht, &#8222;mein Herz hat fast geblutet&#8220;. Sie dankt Chrupalla, Weidel und Gauland, die &#8222;f\u00fcr die Einigkeit der Partei stehen&#8220;. Dann kommt der sachsen-anhaltische Abgeordnete und Landesfunktion\u00e4r <b>Hans-Thomas Tillschneider<\/b> an die Reihe, der gestern w\u00e4hrend Meuthens Rede regelrecht getobt hat. Jetzt spricht er mit aufbrausender Stimme von einem &#8222;Spaltungskurs&#8220; und &#8222;Zerst\u00f6rungswerk&#8220;, der Vorsitzende trage Schuld an fallenden Umfragewerten. &#8222;Wenn das F\u00fchrung ist, dann sind Sie ein F\u00fchrer ins Nichts!&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:09 \u2502 Jetzt spricht <b>J\u00f6rg Meuthen<\/b> selbst und kritisiert eine &#8222;gezielte, ideologisch motivierte Verdrehung meiner Rede von gestern.&#8220; Er habe sich weder gegen Bismarck, noch gegen die &#8222;Querdenken&#8220;-Bewegung gestellt, sondern eine &#8222;kritische Distanz&#8220; zu ihren problematischen Teilen gefordert. Er wolle keineswegs eine Spaltung, sondern eine &#8222;neue Einheit in Disziplin&#8220;, k\u00fcnftige Wahlerfolge seien &#8222;nur mit seri\u00f6sem Auftreten&#8220; m\u00f6glich, &#8222;das alleine mahne ich an&#8220;. Wer das anders sieht, m\u00f6ge einen Abwahlantrag stellen \u2013 der nicht vorliegt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:03 \u2502 Der Berliner Abgeordnete <b>Thorsten Wei\u00df<\/b> sagt, er &#8222;bedauere es zutiefst&#8220;, dass Meuthen den &#8222;integrativen Kurs&#8220; verlassen habe. <b>Stephan Brandner<\/b>, der im Vorstand sitzt und kein Meuthen-Anh\u00e4nger ist, spricht von &#8222;schwerem Schaden f\u00fcr die Partei&#8220;, von einem &#8222;Torpedo&#8220;, der den Parteitag getroffen habe. &#8222;Lieber J\u00f6rg, dieser Weg ist ein Irrweg!&#8220; NRW-Landeschef <b>R\u00fcdiger Lucassen<\/b> sagt, es sei wichtig, &#8222;dass Klartext gesprochen wird&#8220;, und genau das habe Meuthen getan. Dann spricht Sachsens Landesvorsitzender <b>J\u00f6rg Urban<\/b>, bekannterma\u00dfen Fl\u00fcgel-Fan. Er glaube nicht, dass die durch Meuthen begonnene Diskusison die Partei einigt, &#8222;nein, sie spaltet sie noch weiter.&#8220; Die &#8222;Querdenker&#8220; seien derzeit &#8222;die mutigsten Menschen in diesem Land&#8220;, und sie seien &#8222;selbstverst\u00e4ndlich unserer Partner auf der Stra\u00dfe&#8220;, sagt Urban.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:55 \u2502 Es knallt, in beiden Richtungen. Der Berliner Landesvorsitzende <b>Nicolaus Fest<\/b> nimmt Meuthen \u00fcberraschend in Schutz, er zeige immerhin &#8222;F\u00fchrung&#8220;, dessen Forderung nach &#8222;mehr Selbstdisziplin&#8220; sei &#8222;trotz einiger Spitzen&#8220; nachvollziehbar. Ein anderer Redner erinnert daran, wer der Antragsteller Mandic ist, der AfD und NPD vergleicht: &#8222;Lasst euch doch nicht von solchen Leuten triggern!&#8220; BuVo-Mitglied <b>Alexander Wolf<\/b> sagt, es komme nicht darauf an, ob man jede einzelne \u00c4u\u00dferung der Meuthen-Rede mittr\u00e4gt. Es stimme jedoch, dass wir &#8222;an einer entscheidenden Stelle&#8220; stehen, man d\u00fcrfe die AfD nicht kaputtmachen lassen durch &#8222;Querulanten, Spinner und Chaoten&#8220;. Ganz anders sieht es der th\u00fcringische Fl\u00fcgel-Mann <b>J\u00fcrgen Pohl<\/b>: &#8222;Hier geht es um die Arroganz&#8220; des Vorsitzenden, sagt er, &#8222;und das hat Methode&#8220;. Unter Applaus schreit er: &#8222;Herr Professor Meuthen, Ihre Zeit in der AfD ist vorbei!&#8220; <b>Joachim Paul<\/b>, ein Meuthen-Anh\u00e4nger im Vorstand, meint hingegen, dass die AfD nicht der parlamentarische Arm von Attila Hildmann sein d\u00fcrfe.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:45 \u2502 Kommt der Gegenschlag des Fl\u00fcgels, der gestern ausblieb? Die Redner*innenliste wurde geschlossen, denn die <strong>Schlangen an den Saalmikrofonen sind lang<\/strong>. Auch Meuthen selbst will sich gleich \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:40 \u2502 Zum weiteren Vorgehen wird abgestimmt, das Ergebnis bringt keine Wende: Die Aussprache zum Anti-Meuthen-Antrag <strong>geht weiter<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:35 \u2502 Die Stimmung kocht hoch. Birgit Bessin stellt den \u00c4nderungsantrag aus Brandenburg vor, Kernsatz: &#8222;Der Bundesparteitag missbilligt die Unterstellungen&#8220; in Meuthens gestriger Rede, der Vorsitzende habe sein <b>Rederecht missbraucht<\/b>, sagt sie zur Begr\u00fcndung. Meuthen habe es sich gestern &#8222;mit hunderttausenden Corona-Kritikern verdorben&#8220;. Dabei seien doch &#8222;wir diejenigen, die diesen Menschen drau\u00dfen eine Stimme geben&#8220;. Eine schroffe Gegenrede kommt von Norbert Kleinw\u00e4chter, ebenfalls ein Brandenburger: &#8222;Seit ihr denn des Wahnsinns, eine Debatte um den Parteivorsitz zu beginnen?&#8220; Das geh\u00f6re nicht in die \u00d6ffentlichkeit. Er beantragt, das Thema fallen zu lassen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:28 \u2502 F\u00fcr den antragstellenden Kreisverband Freiburg spricht der Rechtsau\u00dfen-Politiker <strong>Dubravko Mandic<\/strong>, der gestern bereits zwei Mal erfolglos den Ausschluss der Presse gefordert hatte. Man beobachte &#8222;mit Sorge&#8220; die Entwicklung des Bundesvorstands, J\u00f6rg Meuthen arbeite &#8222;mit einem Kredit, der nicht gedeckt ist&#8220;. Dessen Versuche der Abgrenzung \u2013 wie im Fall Kalbitz \u2013 w\u00fcrden bei Wahlen nichts bringen und auch die drohende Verfassungsschutz-Beobachtung nicht abwende. &#8222;Wir wollen alle Mitglieder einbinden, aber auf Augenh\u00f6he&#8220;, fordert Mandic. Meuthen ruft er zu: &#8222;H\u00f6ren Sie auf mit ihrem Spalterkurs!&#8220; Teile des Saals johlen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:22 \u2502 Mit hauchd\u00fcnner Mehrheit entscheiden die Delegierten, dass der Anti-Meuthen-Antrag &#8222;SN-3&#8220; auf der Tagesordnung bleibt. <b>53 Prozent<\/b> wollen, dass das sofort passiert. Es wird spannend werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:14 \u2502 Bothe begr\u00fcndet sein Anliegen, den Antrag gegen Meuthen vorzuziehen. Der Vorsitzende habe mit seiner Rede &#8222;die Grundfeste unserer Partei ersch\u00fcttert&#8220;, den Ehrenvorsitzenden Gauland &#8222;und am Ende auch Bismarck angegriffen&#8220;. Gegenrede: Der Antrag sei &#8222;nicht weniger spalterisch&#8220; als Meuthens Rede. Die brandenburgische Abgeordnete Birgit Bessin k\u00fcndigt an, dass aus ihrem Landesverband ein Zusatzantrag <strong>gegen Meuthens \u00c4u\u00dferungen<\/strong> vorbereitet wurde.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:11 \u2502 Zwischeninformation aus dem Pr\u00e4sidium: Es sind aktuell <strong>483 Delegierte<\/strong> akkreditiert.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:08 \u2502 Jetzt wird beantragt, den Parteitag f\u00fcr 30 Minuten zu <strong>unterbrechen<\/strong>, weil &#8222;ein Gro\u00dfteil&#8220; der Delegierten noch nicht in den Saal gelangt sei. Das Plenum lehnt das ab.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:03 \u2502 Der nieders\u00e4chsische AfD-Politiker Stephan Bothe \u2013 ein Fl\u00fcgel-Mann \u2013 will den Antrag mit dem unscheinbaren Titel &#8222;SN-3&#8220; vorziehen und sofort behandeln.  Inhalt: &#8222;Der Bundesparteitag missbilligt das <strong>spalterische Gebaren<\/strong> von Bundessprecher J\u00f6rg Meuthen und seinen Parteig\u00e4ngern.&#8220; Bothe wird belehrt, dass er das schriftlich beantragen muss. Nach bisheriger Planung w\u00e4re dieser Antrag erst ganz zum Schluss aufgerufen worden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:00 \u2502 Mit genau <b>einst\u00fcndiger Verz\u00f6gerung<\/b> er\u00f6ffnet Versammlungsleiter Julian Flak die Sitzung. Die strengen Einlasskontrollen, Masken-Check inbegriffen, sollen der Grund der Unp\u00fcnktlichkeit sein. Daher ist das Plenum erst jetzt beschlussf\u00e4hig. Im Pr\u00e4sidium bleibt Gaulands Platz frei.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:53 \u2502 Ein Ger\u00fccht, das unter Delegierten kursiert, ist nun auch an Medien gedrungen: <b>Alexander Gauland<\/b> (79) soll heute morgen gest\u00fcrzt und ins Krankenhaus gebracht worden sein. Aus Parteikreisen hei\u00dft es, er f\u00fchle sich &#8222;nicht gut&#8220; und es sei &#8222;nichts Ernstes&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:37 \u2502 Parteichef <b>J\u00f6rg Meuthen<\/b> verteidigt im Interview mit <i>Phoenix<\/i> seine gestrige &#8222;Brandrede&#8220;, wie er sie selber nennt. Es handle sich um einen &#8222;Ordnungsruf an die Partei, der mit notwendig erschien&#8220;. Mit der Kritik an &#8222;Provokateuren&#8220; im Bundestag habe er allerdings keine AfD-Bundestagsabgeordneten gemeint, stellt er klar. Das verstanden gestern alle anders. Dass es &#8222;kontr\u00e4re Reaktionen&#8220; geben w\u00fcrde, sei ihm bewusst gewesen. Nach seiner Beobachtung habe er aber &#8222;deutlich mehr Applaus&#8220; erhalten als Missfallensbekundungen \u2013 auf TV-Bildern habe das vielleicht anders gewirkt, vermutet er. Gefragt nach der Rolle Bj\u00f6rn H\u00f6ckes sagt Meuthen, der sei &#8222;reiner Landespolitiker&#8220; und sollte daher &#8222;besser den Ball flachhalten&#8220;. H\u00f6cke hatte gestern gepoltert, er lasse sich von Meuthen &#8222;nicht die Partei kaputtmachen&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:12 \u2502 Im Interview mit dem Sender <i>Phoenix<\/i> verteidigt <b>Joana Cotar<\/b>, die gestern als Beisitzerin in den Bundesvorstand gew\u00e4hlt wurde, den Ausschluss des Neonazis Andreas Kalbitz, dessen Posten sie nun \u00fcbernommen hat. &#8222;Es blieb dem Bundesvorstand gar keine andere Wahl&#8220;, sagt sie und stellt in Aussicht, sich selbst &#8222;streng an das Programm&#8220; zu halten. Gefragt nach Meuthens Rede, die zu lauten Unmutsbekundungen f\u00fchrte, sagt sie, dass man die Inhalte und die Reaktionen darauf &#8222;intern diskutieren&#8220; werde. Sie glaube nicht, dass der Posten des Parteivorsitzenden wackelt \u2013 und d\u00fcrfte eher auf dessen Seite stehen: &#8222;Wir m\u00fcssen uns das Eine oder Andere verkneifen&#8220;, pflichtet sie Meuthens Aufruf zur M\u00e4\u00dfigung bei.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:02 \u2502 Viele Delegierte sind noch nicht am Platz, bis zum Start des zweiten Sitzungstags <strong>dauert es noch<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 08:55 \u2502 In gut einer Stunde wird der <strong>Parteitag fortgesetzt<\/strong>. Auf dem Programm steht die Wahl von Rechnungspr\u00fcfer*innen und von Mitgliedern des Bundesschiedsgerichts, zudem ein T\u00e4tigkeitsbericht des Bundesvorstands. Bei der Aussprache dazu k\u00f6nnte es um die grunds\u00e4tzliche Ausrichtung der Partei gehen \u2013 J\u00f6rg Meuthen hatte mit seiner gestrigen Wutrede alle gro\u00dfen Wunden aufgerissen. Und da ein Gro\u00dfteil der Tagesordnung bereits abgearbeitet wurde, bleibt gen\u00fcgend Zeit daf\u00fcr.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #1e73be\">Samstag, 28. November<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 19:59 \u2502 Nach zehn Stunden <strong>endet der erste Sitzungstag<\/strong>. Der Parteitag folgt damit einem Gesch\u00e4ftsordnungs-Antrag, die Sitzung am Sonntag fortzusetzen. Ab 10 Uhr geht es weiter mit der Wahl von Rechnungspr\u00fcfer*innen und Mitgliedern f\u00fcr das Bundesschiedsgericht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 19:57 \u2502 Ergebnis der Stichwahl: <b>Joana Cotar ist Beisitzerin<\/b>. Sie erh\u00e4lt 51,7 Prozent der Stimmen, Krah 44,5 Prozent. Weitere 3,9 Prozent stimmten gegen beide. Insgesamt wurden 517 Stimmen abgegeben.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 19:53 \u2502 Ergebnis der Abstimmung: Niemand erreichte die erforderliche absolute Mehrheit. Cotar kam auf 49,7 Prozent, Krah auf 42,8 Prozent, Biedermann nur auf 4,1 Prozent. Es folgt eine <strong>Stichwahl<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 19:47 \u2502 Weyel zieht seine Kandidatur wieder zur\u00fcck. Bleibt noch <b>Biedermann<\/b>, ein Gro\u00df- und Au\u00dfenhandelskaufmann aus M\u00fcnchen. Er berichtet aus seiner Kindheit, wirbt zudem  damit, kein Mandat zu haben, sondern &#8222;die Basis&#8220; im Vorstand vertreten zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem kritisiert er J\u00f6rg Meuthen \u2013 weil er sich in seiner Rede nicht den bayrischen Ministerpr\u00e4sidenten Markus S\u00f6der (CSU) &#8222;zur Brust genommen&#8220; hat. Auf die Frage, was er im Bundesvorstand bewegen will, antwortet er: Die Verh\u00e4ltnisse in Bayern ordnen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 19:39 \u2502 Die hessische AfD-Politikerin <b>Cotar<\/b> stellt sich zuerst vor. Im Bundestag sitze sie, &#8222;weil ich Deutschland retten will&#8220;, und im Parlament gelinge es, &#8222;dass wir die Altparteien tats\u00e4chlich jagen&#8220;. Was ihre Ziele im Bundesvorstand w\u00e4ren? Wird weder gesagt noch gefragt. Anders <b>Krah<\/b>, der auruft, dass der Vorstand &#8222;einig und geschlossen&#8220; sein m\u00fcsse, um voranzukommen. &#8222;Ohne Einigkeit ist alles nichts&#8220;, sagt er und beruft sich ausdr\u00fccklich auf Parteichef Chrupalla. Den anderen Vorsitzenden Meuthen kritisiert er hingehen, denn &#8222;wir gewinnen Wahlen nicht mit Selbstkritik&#8220;. K\u00fcnftig will er als &#8222;Moderator und Mediator&#8220; wirken, er k\u00fcndigt sogar an, dass man die Bundestagswahl \u2013 zu der er selbst nicht antritt \u2013 &#8222;gewinnen&#8220; k\u00f6nne. An Krah werden kritische Fragen gestellt, denn er ist Pro-China-Lobbyist.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 19:14 \u2502 Eine Meldung aus den Medien macht derweil die Runde: Der Verfassungsschutz hat begonnen, <strong>V-Leute in der AfD<\/strong> anzuwerben. Das best\u00e4tigt der Leiter des brandenburgischen Landesamtes, J\u00f6rg M\u00fcller. Aus der Partei heraus hei\u00dft es, dass es zu Anwerbeversuchen kam, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/der-verfassungsschutz-wirbt-v-leute-in-der-afd-an-17074589.html\">\u21aa berichtet die <i>FAZ<\/i><\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 19:11 \u2502 Z\u00fcgig geht es weiter, jetzt mit der <strong>Wahl einer Beisitzer*in<\/strong> im Bundesvorstand. Es ist der Posten, den der Neonazi Andreas Kalbitz aufgeben musste. Der s\u00e4chsische AfD-Landesvorsitzende J\u00f6rg Urban schl\u00e4gt den Europaabgeordneten <strong>Maximilian Krah<\/strong> vor, einen profilierten Rechtsau\u00dfen-Politiker, der seine Kandidatur im Vorfeld angek\u00fcndigt hatte. Wichtigste Kontrahentin ist die vergleichsweise gem\u00e4\u00dfigte Bundestagsabgeordnete <strong>Joana Cotar<\/strong>, die durch Albrecht Glaser ins Spiel gebracht wurde. Auch das war erwartet worden. Zus\u00e4tzlich auf der Liste: <strong>Harald Weyel<\/strong> und <strong>Wilfried Biedermann<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 19:02 \u2502 Ergebnis der Stichwahl: Mit 260 Stimmen (50,1 Prozent) ist <strong>Christian Waldheim<\/strong> neuer stellvertretender Bundesschatzmeister. Er setzt sich mit genau einer Stimme Vorsprung durch.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 18:58 \u2502 Ergebnis der Abstimmung: Die Kandidierenden erreichen jeweils nicht die erforderliche einfache Mehrheit. Weyel und Waldheim liegen mit rund 43 bzw. 44 Prozent fast gleichauf, es kommt zur <strong>Stichwahl<\/strong>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 18:49 \u2502 Die Kandidierenden stellen sich und ihre Ziele vor, mehr oder weniger. <strong>Eglseer<\/strong>, eine relativ unbekannte bayrische Kommunalpolitikerin, sagt \u00fcber Finanzen kaum etwas. Sie habe aber in Rosenheim den Bau einer Unterkunft f\u00fcr Gefl\u00fcchtete verhindert. Der Bundestagsabgeordnete <strong>Weyel<\/strong> sieht bei den Parteifinanzen &#8222;Luft nach oben&#8220; und kommt dann auf ein anderes Thema zu sprechen: Er kritisiert Meuthens Abgrenzung von den &#8222;Querdenkern&#8220;, spricht sich &#8222;gegen das Bashing der Blogger-Szene&#8220; aus und nat\u00fcrlich auch gegen Masken. Auf die Nachfrage, was konkret er ver\u00e4ndern will, f\u00fchrt er aus, dass man mehr Geld mit neuen Mitgliedern einspielen m\u00fcsse \u2013 und die wiederum k\u00f6nnten bei den &#8222;Querdenkern&#8220; angeworben werden, meint er. <strong>Waldheim<\/strong> schlie\u00dflich, bislang Rechnungspr\u00fcfer des Bundesverbands, nutzt seine Vorstellungsrede, um mit &#8222;15 Jahren merkelscher Herrschaft des Unrechts&#8220; abzurechnen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 18:24 \u2502 Da H\u00fctter bislang <strong>stellvertretender Schatzmeister<\/strong> war und jetzt aufger\u00fcckt ist, muss dieser Posten neu besetzt werden. Es gibt drei Kandidierende: Christian Waldheim, Harald Weyel und Michaela Eglseer. Der zun\u00e4chst vorgeschlagene Emil S\u00e4nze, der eben unterlegen war, verzichtet auf einen Antritt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 18:21 \u2502 Ergebnis der Abstimmung: <strong>Carsten H\u00fctter ist Bundesschatzmeister<\/strong>, mit knapper Mehrheit. Er erh\u00e4lt 261 Stimmen, das sind 50,9 Prozent. Auf S\u00e4nze entfallen 240 Stimmen (46,8 Prozent). Zw\u00f6lf Delegierte sagen &#8222;nein&#8220; zu beiden Kandidaten, zwei enthalten sich. Wichtiges Detail: S\u00e4nze wurde vorhin durch Christina Baum vorgeschlagen. Er darf damit wohl als Fl\u00fcgel-Kandidat angesehen werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 18:16 \u2502 Auch <strong>Emil S\u00e4nze<\/strong> stellt sich vor, der gelernte Industriekaufmann wirbt mit seiner Berufserfahrung in gro\u00dfen Konzernen und Finanzinstituten. Die Partei m\u00fcsse finanziell in ein &#8222;geordnetes Fahrwasser&#8220; zur\u00fcckkehren, &#8222;wenn Sie das wollen, w\u00e4hlen Sie mich&#8220;, sagt er und spielt damit offensichtlich auf die aktuellen Parteispendenskandale an. Auff\u00e4llig: Niemand stellt S\u00e4nze eine Frage.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 18:10 \u2502 &#8222;Ich m\u00f6chte keine politische Rede halten&#8220;, sagt <b>Carsten H\u00fctter<\/b> bei seiner Vorstellung, denn es z\u00e4hle die &#8222;t\u00e4gliche Leistung&#8220;. So habe er bislang mehr als 60 Finanzantr\u00e4ge in den Bundesvorstand eingebracht und beschlossen bekommen, in seiner Zeit seien au\u00dferdem Spenden in H\u00f6he von 1,6 Millionen Euro eingegangen. &#8222;Bitte w\u00e4hlen Sie mich!&#8220;, sagt er, nachdem er f\u00fcnf Minuten lang seine Erfolge aufgez\u00e4hlt hat. Danach werden Fragen gestellt, die M\u00f6glichkeit nutzt unter anderem der s\u00e4chsische Bundestagsabgeordnete Siegbert Droese. Der Fl\u00fcgel-Mann stichelt sofort: Warum gibt es aus H\u00fctters fr\u00fcherer Zeit als s\u00e4chsischer Landesschatzmeister noch Altlasten, die bis ins Jahr 2017 zur\u00fcckreichen und den Kreisverb\u00e4nden derzeit zur Last fallen? H\u00fctter antwortet Droese, er m\u00f6ge nachdenken, da er damals ebenfalls im Landesvorstand sa\u00df. Unter Frauke Petry.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 18:00 \u2502 F\u00fcr den Posten des Bundesschatzmeisters bewirbt sich der s\u00e4chsische Landtagsabgeordnete <strong>Carsten H\u00fctter<\/strong>, er ist eigentlich Stellvertreter und \u00fcbt das Amt derzeit kommissarisch aus. Einziger Gegenkandidat ist <strong>Emil S\u00e4nze<\/strong>, Landtagsabgeordneter in Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:53 \u2502 Die Aussprache zu Satzungs\u00e4nderungen ist schnell durchgelaufen. Jetzt geht es weiter mit einem Thema, von dem man dachte, dass es erst morgen aufgerufen werden kann \u2013 die <strong>Neuwahl<\/strong> von Positionen im Bundesvorstand.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:48 \u2502 Interessante Zahlen sind das: Von 545 angereisten delegierten haben 51 und damit <strong>fast zehn Prozent ein &#8222;Attest&#8220;<\/strong>, das angeblich von der Pflicht befreit, eine Maske zu tragen. Das <a href=\"https:\/\/twitter.com\/tilsteff\/status\/1332713120373026820\">berichtet<\/a> der <i>Zeit<\/i>-Redakteur Tilman Steffen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:27 \u2502 Der gr\u00f6\u00dfte inhaltliche Block ist damit abgeschlossen, und zwar schneller als gedacht. Weiter geht es in der Tagesordnung, Antr\u00e4ge zu <strong>Satzungs\u00e4nderungen<\/strong> stehen an. Diskutiert wird aktuell \u00fcber Amtszeiten der Mitglieder von Schiedsgerichten der Partei.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:22 \u2502 Der Leitantrag zur Sozialpolitik wurde soeben \u2013 samt geringf\u00fcgiger Modifikationen \u2013 mit breiter Mehrheit von <strong>88,6 Prozent beschlossen<\/strong>. Es gab 413 Ja-Stimmen, 53 Nein-Stimmen und neun Enthaltungen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:17 \u2502 Ein weiterer Last-Minute-Antrag kommt aus Sachsen, offenbar der letzte, der den Leitantrag modifizieren soll: Der s\u00e4chsische Landtagsabgeordnete Andr\u00e9 Wendt pl\u00e4diert im Namen seines Landesverbandes daf\u00fcr, den steigenden <strong>Eigenanteil zur Pflege<\/strong> zu deckeln. Er verweist auf Forderungen der Linken, die in eine \u00e4hnliche Richtung gehen. Entscheidendes Detail: Die s\u00e4chsische Forderung wurde in den AfD-Bundesgremien, die den Leitantrag vorbereitet hatten, bereits abgewiesen. Die Idee wird nun auch beim Parteitag nicht beschlossen, sondern nochmals in einen Fachausschuss \u00fcberwiesen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 17:12 \u2502 Ad hoc wird die Idee diskutiert, im Leitantrag vorgesehene Rentenzuschl\u00e4ge f\u00fcr Familien mit Kindern zu <strong>beschr\u00e4nken<\/strong> \u2013 und zwar ausdr\u00fccklich auf Beg\u00fcnstigte &#8222;mit deutscher Staatsb\u00fcrgerschaft&#8220;. Diese Einschr\u00e4nkung hatte es urspr\u00fcnglich schon einmal gegeben, und zwar in den sozialpolitischen Konzepten des H\u00f6cke-Fl\u00fcgels. Der Vorsto\u00df wird mit einer Mehrheit in einen der Fachaussch\u00fcsse verwiesen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:59 \u2502 Gro\u00dfe \u00dcberraschung! Der Parteitag hat mit knapper Mehrheit beschlossen, dass ein im Vorfeld viel diskutierter Antrag zum Thema <b>&#8222;Staatsb\u00fcrgergeld&#8220;<\/b> doch nicht behandelt wird. Es handelt sich um die Idee eines bedingten Grundeinkommens, f\u00fcr eine Erprobung hatten sich die beiden Parteivorsitzenden Meuthen und Chrupalla ausgesprochen. Doch kaum war der Antrag aufgerufen, schritt Albrecht Glaser ans Mikrofon und kritisierte, dass das Konzept bisher noch nie in irgendeinem Parteigremium er\u00f6rtert wurde. Eine Abstimmung ergab erst, dass es f\u00fcr die Vorstellung des komplexen Antrags keine zus\u00e4tzliche Redezeit geben soll. Dann wurde &#8222;Nichtbefassung&#8220; beschlossen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:53 \u2502 Ein weiterer <strong>Esoterik-lastiger Antrag<\/strong> wurde nach l\u00e4ngerer Debatte abgewiesen. Es ging um &#8222;neutrale Grundlagenforschung&#8220; zu Themen wie etwa &#8222;ganzgheitlicher Medizin&#8220;, &#8222;Naturheilkunde&#8220;, &#8222;Impfsch\u00e4den&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:40 \u2502 Es wird immer spezieller. Der n\u00e4chste Antrag, der gerade l\u00e4nger verhandelt wurde, will die <strong>WHO<\/strong> &#8222;grundlegend reformieren&#8220; oder erreichen, dass Deutschland notfalls ganz aus der Welt-Gesundheitsorganisation austritt. In der Begr\u00fcndung wird die WHO als &#8222;Souver\u00e4nit\u00e4ts-Staubsauger&#8220; bezeichnet, es fallen die Namen Bill Gates und Donald Trump. W\u00e4hrend der Diskussion wird zudem behauptet, an der Spitze der Organisation stehe ein &#8222;Linksradikaler&#8220;. Dem folgt der Parteitag und \u00fcbernimmt entsprechende Passagen in den Leitantrag. Allerdings wird mit knapper Mehrheit dann doch darauf verzichtet, den Namen Bill Gates zu nennen. Er w\u00e4re sonst Teil des offiziellen Parteiprogramms geworden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 16:15 \u2502 Aktuell geht es um &#8222;integrative Medizin&#8220;, ein Antrag zu diesem Thema will <strong>alternative Heilmethoden<\/strong> aller Art st\u00e4rken und &#8222;schulmedizinischen&#8220; Behandlungen gleichstellen. Gegenrede: Das sei &#8222;Gender-Gaga f\u00fcr die Medizin&#8220; und stehe im Widerspruch zum Werben f\u00fcr evidenzbasierte Ma\u00dfnahmen. Die Delegierten lehnen den Antrag mit deutlicher Mehrheit ab.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:59 \u2502 Keine \u00dcberraschung: Der \u00c4nderungsantrag, der sich gegen eine &#8222;panikartige&#8220; Pandemie-Eind\u00e4mmung wendet, wurde gerade <strong>mit gro\u00dfer Mehrheit beschlossen<\/strong>. Konsequenz: Entsprechende Passagen flie\u00dfen in den Leitantrag ein. Falls er sp\u00e4ter ebenfalls Zustimmung findet, wird eine klare Positionierung gegen die Corona-Bek\u00e4mpfung k\u00fcnftig Teil des Grundsatzprogramms der AfD sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:43 \u2502 Ein weiterer \u00c4nderungsantrag, der das Plenum seit einer Weile besch\u00e4ftigt, wendet sich gegen eine &#8222;panikartige&#8220; <strong>Pandemie-Eind\u00e4mmung<\/strong> und fordert, dass es &#8222;nur noch evidenzbasierte Corona-Ma\u00dfnahmen&#8220; gibt. Hei\u00dft unter anderem: keine &#8222;Impfpflicht&#8220;, die jedoch niemand plant, und auch keinen &#8222;Corona-Kommunismus&#8220;, wie zur Begr\u00fcndung ausgef\u00fchrt wird. Was auch immer das ist, es soll in den Leitantrag eingef\u00fcgt werden. Eine einsame Gegenrede lautet: Damit mache man sich l\u00e4cherlich. Andere Delegierte sind Feuer und Flamme, fordern sogar eine eigene Resolution zu dem Thema. Doch dazu wurde kein rechtzeitiger Antrag gestellt. Applaus erntet ein Redner, der den Begriff &#8222;Erm\u00e4chtigungsgesetz&#8220; nutzt. Es handelt sich um Robert Farle, dem vorhin das Mikrofon abgedreht wurde.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 15:22 \u2502 Das Verfahren ist kleinteilig und z\u00e4h. Jetzt geht es um <strong>5G-Kommunikation<\/strong> &#8211; angeblich sch\u00e4dliche Strahlung, behauptet ein Teil der Partei, andere halten das f\u00fcr technologiefeindlich. Zwei Antr\u00e4ge zu dem Thema wurden jetzt abgeblockt bzw. in einen der Fachaussch\u00fcsse der Partei \u00fcberwiesen. Die Konzentration im Plenum l\u00e4sst nach, derzeit sind weniger als 400 Delegierte im Saal.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:48 \u2502 Oliver Kirchner, Fraktionschef im sachsen-anhaltischen Landtag, wirbt f\u00fcr einen Antrag, <b>Rentner*innen in Ostdeutschland<\/b> besserzustellen. &#8222;Diesen Schritt haben wir dringend n\u00f6tig&#8220;, sagt er. Albrecht Glaser meldet sich zu Wort und r\u00e4umt ein, dass das bisher zu wenig beachtet worden sei. Gegenrede: Das sei ein &#8222;Antrag v\u00f6llig ohne Zahlen&#8220;, niemand wisse, was das kosten w\u00fcrde und wie das finanziert werden k\u00f6nnte. Der Antrag wird aber mehrheitlich angenommen und flie\u00dft damit in den Leitantrag ein.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:35 \u2502 Inzwischen ist die Tendenz sehr deutlich: Antr\u00e4ge, die den Leitantrag umfangreich erg\u00e4nzen, grunds\u00e4tzlich \u00e4ndern oder ganz ersetzen wollen, werden serienm\u00e4\u00dfig <b>abgelehnt<\/b>. Das Verfahren zieht sich, doch erst wenn der Antragsstapel abgearbeitet ist, kann \u00fcber das eigentliche Konzept abgestimmt werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:19 \u2502 So einfach kann es f\u00fcr die AfD sein: &#8222;Wir werden die Digitalisierung deshalb meistern, weil wir Deutsche sind&#8220;, erkl\u00e4rte gerade Bundesvorstands-Mitglied <strong>Joachim Paul<\/strong>. Aus dem Plenum kommt der Hinweis, dass man doch \u00fcber Sozialpolitik reden wollte. Die Abstimmung zeigt, dass das eine klare Mehrheit so sieht \u2013 daher keine Diskussion \u00fcber &#8222;Leitlinien Digitalpolitik&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 14:04 \u2502 Glaser ging ans Mikrofon, nachdem Meister fertig geworden war, und warf ihm vor, &#8222;offensichtlich die Unwahrheit&#8220; gesagt zu haben. Es stimme nicht, dass nur eine &#8222;kleine Gruppe&#8220; hinter dem Leitantrag steht. Dem nachfolgenden Antrag, das Alternativkonzept nicht weiter zu behandeln, schlie\u00dfen sich knapp 63 Prozent der Delegierten an. <b>Damit setzt sich Glaser durch<\/b>, ohne dass es einer gro\u00dfen Aussprache bedurfte. Zudem entschieden sich die Mitglieder gerade f\u00fcr eine Redezeitbegrenzung \u2013 nur noch drei Minuten f\u00fcr die Begr\u00fcndung von Antr\u00e4gen, eine Minute f\u00fcr alle anderen Beitr\u00e4ge.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:59 \u2502 Zwischeninformation aus dem Pr\u00e4sidium: Es sind <b>540 Delegierte<\/b> vor Ort.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:57 \u2502 Auch <b>Alice Weidel<\/b> \u00e4u\u00dfert sich zu Meuthens Rede und bleibt dabei zun\u00e4chst erstaunlich diplomatisch. Sie habe die Kritik an der Bundestagsfraktion \u2013 der sie gemeinsam mit Gauland vorsteht \u2013 &#8222;nicht als Angriff verstanden&#8220;, sie ziehe sich &#8222;den Schuh nicht an&#8220;. Gew\u00fcnscht h\u00e4tte sie sich, dass Meuthen &#8222;mehr programmatische Apekte&#8220; anspricht. Gefragt nach ihrer Meinung zur &#8222;Querdenken&#8220;-Bewegung sagt sie: &#8222;Ich kann nur jedem empfehlen, einfach mal eine &#8218;Querdenken&#8216;-Demonstration zu besuchen!&#8220; Auf weitere Nachfragen wird Weidel immer d\u00fcnnh\u00e4utiger und bricht das Interview mit dem Sender <i>Phoenix<\/i> schlie\u00dflich ab.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Alice Weidel ist mit der Frage des <a href=\"https:\/\/twitter.com\/phoenix?ref_src=twsrc%5Etfw\">@phoenix<\/a>-Moderators nicht einverstanden und st\u00fcrmt mitten im Gespr\u00e4ch davon. Nicht das erste Mal, dass sie ein Interview abbricht. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/AfDBPT20?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#AfDBPT20<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Kalkar?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Kalkar<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/YwTI4XYSo0\">pic.twitter.com\/YwTI4XYSo0<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Sophia Maier (@_sophiamaier) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/_sophiamaier\/status\/1332673264301338625?ref_src=twsrc%5Etfw\">November 28, 2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:52 \u2502 <b>Widerspruch gegen den Leitantrag<\/b>, den Glaser vorgestellt hat, kommt von Michael Meister. Er leitet den Bundesfachausschuss, der f\u00fcr Sozialpolitik zust\u00e4ndig ist \u2013 sich aber bei der Erarbeitung des Konzepts durch die \u00fcbergeordnete Bundesprogrammkommission \u00fcbergangen f\u00fchlt. Meister argumentiert, es sei kein realistischer Ansatz, die Geburtenraten durch finanzielle Anreize beeinflussen zu wollen. Wegen &#8222;elektronischer Spiele&#8220; gebe es eine &#8222;sexuelle Flaute in deutschen Betten&#8220;. Zusch\u00fcsse f\u00fcr Kinder w\u00fcrden das nicht \u00e4ndern, sondern in die &#8222;falschen&#8220; Gesellschaftsgruppen abflie\u00dfen. Der Parteitag soll sich daher gegen den Leitantrag und f\u00fcr ein anderes Modell entscheiden, eine steuerfinanzierte Altersgrundversorgung namens &#8222;Dynamische Alternative Altersversicherung&#8220;. Glaser und Meister werfen einander vor, unfinanzierbare Ans\u00e4tze zu verfolgen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:22 \u2502 Jetzt wird diskutiert, <i>wie<\/i> man \u00fcber das Rententhema diskutieren will. Zum Leitantrag liegt n\u00e4mlich ein gro\u00dfes <b>B\u00fcndel mit \u00c4nderungsantr\u00e4gen<\/b> und Alternativvorschl\u00e4gen vor. Die Bef\u00fcrchtung ist, dass eine komplette Behandlung den zeitlichen Rahmen sprengen wird. Einige der Antr\u00e4ge werden abger\u00e4umt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:18 \u2502 <b>Alexander Gauland<\/b> nimmt bei <i>Phoenix<\/i> Stellung zur Rede des Parteichefs J\u00f6rg Meuthen. Der Parteipatriarch sagt, Teile der Rede seien &#8222;spalterisch&#8220; gewesen, die Kritik an der Bundestagsfraktion \u2013 und an ihm selbst \u2013 habe er &#8222;nicht verstanden&#8220;. &#8222;Irgendwelche Zensuren f\u00fcr die Fraktionsf\u00fchrung von J\u00f6rg Meuthen werde ich nicht annehmen&#8220;, meint Gauland, ohnehin h\u00e4tte sich Meuthen nicht &#8222;einmischen&#8220; d\u00fcrfen. Dessen Ausf\u00fchrungen seien &#8222;zu viel Verbeugung vor dem Verfassungsschutz&#8220;. In der Zwischenzeit wurden auf der B\u00fchne gesundheitspolitische Leitlinien vorgestellt, w\u00e4hrend sich viele Delegierte schon in die Mittagspause verabschiedet haben.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 13:06 \u2502 Glasers mehr als halbst\u00fcndige Rede \u2013 sehr viel l\u00e4nger als der Leitantrag \u2013 ist alles andere als flammend. \u00dcberwiegend geht es nicht einmal um das AfD-Konzept, sondern darum, dass alle anderen &#8222;keinen L\u00f6sungsbeitrag&#8220; h\u00e4tten. Er r\u00e4umt ein, dass es <b>keinen &#8222;gro\u00dfen Wurf&#8220;<\/b> gibt, &#8222;aber wir sind die Einzigen, die auf eine Ver\u00e4nderung der Geburtenrate setzen&#8220;. Glaser betont damit ausf\u00fchrlich und in erm\u00fcdender Redundanz den Aspekt, der in seiner Partei konsensf\u00e4hig sein d\u00fcrfte: Die soziale Frage (er nennt sie &#8222;die deutsche Frage&#8220;) ist reine Demografie, mehr deutsche Kinder m\u00fcssen her. Recht kurz spricht er dagegen an, dass in der Perspektive der AfD das Renteneintrittsalter noch weiter steigen wird \u2013 angeblich &#8222;ein Ausweg aus der Armutsfalle&#8220;. Erstaunlich: Im Saal ist es sehr ruhig. Viele Augen richteten sich zuletzt jedoch nicht auf Glaser, sondern auf Handys.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:30 \u2502 Albrecht Glaser stellt den Leitantrag zur Rentenpolitik vor. Damit tritt der Parteitag im Vergleich zu fr\u00fcheren Treffen sehr z\u00fcgig in die <strong>inhaltliche Debatte<\/strong> ein. Glaser behauptet, alle anderen Parteien h\u00e4tten kein Konzept und keine L\u00f6sung \u2013 dabei nahm sich die AfD des Themas vor inzwischen zweieinhalb Jahren an, weil sie es ist, die dazu bis heute nichts im Programm stehen hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 12:24 \u2502 Nach Meuthens Rede wird es hitzig, einem Zwischenredner wird das Mikrofon abgedreht. Weil er sich nicht beruhigt, wird ihm der Ausschluss angedroht. Danach geht nochmals Dubravko Mandic ans Mikrofon und beantragt erneut den <b>Ausschluss der Medien<\/b>: &#8222;Wir brauchen die Presse hier nicht!&#8220; Ein Gegenredner echauffiert sich: &#8222;Wir sind nicht im Jahr 1933!&#8220; Die Mehrheit der Delegierten will die Debatte nach kurzer Zeit wieder beenden, die Presse darf bleiben.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:58 \u2502 Der Bundesvorsitzende <b>J\u00f6rg Meuthen<\/b> spricht. Er empfiehlt kurz, den Leitantrag zur Rentenpolitik anzunehmen, und auch den Vorschlag, eine Art &#8222;Grundeinkommen&#8220; zu erproben. Doch es gebe noch ein &#8222;wichtigeres Thema&#8220;. Was dann folgt, ist eine unerwartet <b>harte Breitseite gegen die Radikalen in der AfD<\/b>, eine Wutrede, die sich \u00fcber rund 20 Minuten erstreckt:<\/p>\n<p>Man sei an einem Punkt angelangt, &#8222;an dem es nicht mehr automatisch immer weiter nach oben geht&#8220;. Die AfD sei gef\u00e4hrdert &#8222;wie noch nie&#8220;, es k\u00f6nne &#8222;alles kaputtgehen&#8220;. Manche in der Partei w\u00fcrden ein &#8222;Zur\u00fcck ins Gestern&#8220; propagieren \u2013 das sei jedoch zukunftsblind, es komme nicht auf ein &#8222;Zur\u00fcck ins Gestern&#8220;, sondern auf einen modernen Konservatismus an. Wirkliche Einheit der Partei \u2013 eine Parole des Fl\u00fcgels \u2013 fordere aus seiner Sicht &#8222;soziale Verhaltensweisen&#8220; und &#8222;kompatiblen Sprachgebrauch&#8220;. Er kritisiert die &#8222;Provokateure&#8220; im Bundestag und meint Abgeordnete der dortigen AfD-Fraktion. Daf\u00fcr gibt es teils Applaus, teils Buhrufe. Man werde keinen Erfolg haben, indem man &#8222;immer derber, immer enthemmter&#8220; auftritt, f\u00e4hrt Meuthen fort. &#8222;Ist es wirklich klug, von einer Corona-Diktatur zu sprechen?&#8220;, fragt er und meint damit vor allem Alexander Gauland. Man d\u00fcrfe sich auch nicht mit sogenannten Querdenkern kritiklos gemein machen, dort gebe es &#8222;offen systemfeindliche Ansichten&#8220;, warnt er \u2013 &#8222;Pfui&#8220;, schallt es ihm entgegen. Auch der Begriff &#8222;Erm\u00e4chtigungsgesetz&#8220; sollte sich von selbst verbieten. &#8222;Das kann und darf so nicht weitergehen&#8220;, es mache ihn &#8222;zornig&#8220;, er f\u00fcrchte ein Scheitern der Partei \u2013 wenn sie es nicht schafft, sich als &#8222;seri\u00f6se Alternative&#8220; zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Meuthen endet, er wolle weiter k\u00e4mpfen, soweit ihn seine Kr\u00e4fte tragen. Pohl br\u00fcllt \u201eR\u00fccktritt\u201c. Tillschneider dreht mit hochrotem Kopf eine Runde durch den Saal &#8211; br\u00fcllt lautstark. Der Machtkampf, den viele hier nicht austragen wollten, ist in Kalkar angekommen. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/afdbpt20?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#afdbpt20<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/LCWWLcO5Zm\">pic.twitter.com\/LCWWLcO5Zm<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Martin Schmidt (@SchmidtLev) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SchmidtLev\/status\/1332648052788764672?ref_src=twsrc%5Etfw\">November 28, 2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:57 \u2502 Dubravko Mandic stellt den Antrag, die <strong>Medien auszuschlie\u00dfen<\/strong>, &#8222;damit nicht unn\u00f6tig unsch\u00f6ne Bilder entstehen&#8220;. Er bezieht sich auf Berichte, wonach einige Delegierte keine Masken tragen. Auch gegen diese Pflicht bezieht er Stellung \u2013 und wird dann aus dem Pr\u00e4sidium unterbrochen. Grund: Der Antrag ist in der vorgebrachten Form unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:46 \u2502 F\u00fcr den gastgebenden Landesverband NRW ergreift Landeschef <strong>R\u00fcdiger Lucassen<\/strong> das Wort. Er gilt als F\u00fcrsprecher des Parteivorsitzenden J\u00f6rg Meuthen. Nach <i>idas<\/i>-Informationen hat er kurzfristig noch Delegierte mit Informationsmaterial ausstatten lassen, samt Aufforderung, dem Leitantrag zur Rentenpolitik zuzustimmen. Zu den Delegierten sagt er, die AfD m\u00fcsse in der Sozialpolitik einen &#8222;gro\u00dfen Schritt vorangehen&#8220;, um neue W\u00e4hler*innen \u00fcberzeugen zu k\u00f6nnen. Es folgt Medienschelte. Die gro\u00dfen Medien &#8222;berichten oft nicht&#8220; \u00fcber die parlamentarische Arbeit der AfD, behauptet Lucassen, der Medien f\u00fcr &#8222;links-gr\u00fcn unterwandert&#8220; h\u00e4lt. Man d\u00fcrfe ihnen aber auch nicht durch Provokationen oder &#8222;zweideutige \u00c4u\u00dferungen&#8220; Futter liefern. Auff\u00e4llig ist sein milit\u00e4risches Vokabular: Er spricht von &#8222;Krieg&#8220; und &#8222;Schlacht&#8220;, von &#8222;Truppen&#8220; und &#8222;Minenfeldern&#8220;. Die AfD sei jetzt &#8222;im Angriffsmodus&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:45 \u2502 Die Delegierten werden gemahnt: Es gebe eine &#8222;gewisse <strong>Disziplinlosigkeit<\/strong>&#8220; beim Maskentragen, was man in Live\u00fcbertragungen auch sehen k\u00f6nne.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:41  \u2502 Es gab eine Diskussion um die Frage, ob und wann \u00fcber eine geplante Resolution zur Lage in Bergkarabach verhandelt wird \u2013 die AfD sei eine &#8222;<strong>abendl\u00e4ndische Partei<\/strong>&#8220; und m\u00fcsse sich dessen an prominenter Stelle annehmen, argumentiert Bundesvorstands-Mitglied Joachim Paul. Gegenrede: Sozialpolitik soll im Zentrum bleiben. Ergebnis: Das Thema bleibt auf der Tagesordnung, aber erst am Ende, gemeinsam mit einer Reihe weiterer Antr\u00e4ge. Erfahrungsgem\u00e4\u00df ist damit fraglich, ob die Zeit gen\u00fcgen wird.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:29 \u2502 Auf Vorschlag des Bundesvorstands stellen die Delegierten die <b>Tagesordnung<\/b> um, die immerhin 20 Punkte umfasst. Konsequenz: Heute wird \u00fcber Sozialpolitik geredet und der Leitantrag zur Rentenpolitik verhandelt, nach M\u00f6glichkeit auch abgestimmt. Morgen finden Wahlen statt, offen sind unter anderem zwei Posten im Bundesvorstand. Interessantes Detail: Der Bundesvorstand wollte ein neues Thema einf\u00fcgen: &#8222;Verfassungsschutz&#8220;. Darauf wird nun aber verzichtet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:17 \u2502 Das Umfrageinstitut <i>Forsa<\/i> hat neue Zahlen ver\u00f6ffentlicht \u2013 bundesweit f\u00e4llt die AfD in der sogenannten Sonntagsfrage auf <b>7 Prozent<\/b>. Das ist ein langj\u00e4hriger Tiefpunkt, das Institut sah die Partei zuletzt im Juli 2017 auf diesem Stand.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:11 \u2502 Im Tagungspr\u00e4sidium sitzt auch ein Sachse, <strong>Mario A\u00dfmann<\/strong> aus dem Kreisverband Mei\u00dfen ist stellvertretender Wahlleiter.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 11:09 \u2502 Aktuell sind <strong>507 Delegierte<\/strong> akkreditiert, noch nicht die volle Zahl. Randnotiz: Einem Delegierten musste bereits der Ausschluss angedroht werden, weil er keine Maske tragen wollte.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Kalkar?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Kalkar<\/a>-Ordnungsamts-Teamleiterin Linda Br\u00e4hler: Haben erste Maskenmuffel gemahnt, ein Delegierter der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/AfD?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#AfD<\/a>-Parteitags weigerte sich als \u201ebewusste Provokation\u201c, lenkte nach Rauswurf-Drohung ein. Einzeltische mit Hygienesets. Journalisten in abgetrenntem Bereich. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/AfDBPT20?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#AfDBPT20<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/6pOTyJI8Nq\">pic.twitter.com\/6pOTyJI8Nq<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Tilman Steffen (@tilsteff) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/tilsteff\/status\/1332623969510420481?ref_src=twsrc%5Etfw\">November 28, 2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:57 \u2502 Zum Versammlungsleiter wurde mit gro\u00dfer Mehrheit <strong>Julian Flak<\/strong> aus dem Landesverband Schleswig-Holstein gew\u00e4hlt, der solche Treffen schon oft begleitet hat. Stellvertreter sind Krzysztof Walczak und Torben Braga, der k\u00fcrzlich erst zum stellvertretenden th\u00fcringischen Parteivorsitzenden gew\u00e4hlt wurde \u2013 unter Bj\u00f6rn H\u00f6cke. Weitere Positionen im Tagungspr\u00e4sidium werden jetzt besetzt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:36 \u2502 Tino Chrupalla er\u00f6ffnet den Parteitag mit einer 20-min\u00fctigen <b>Grundsatzrede<\/b>. Man beweise &#8222;all unseren Kritikern&#8220;, dass die Durchf\u00fchrung einer gro\u00dfen Veranstaltung auch in Corona-Zeiten m\u00f6glich sei und man als einzige Partei &#8222;Demokratie \u00fcber alles&#8220; stelle. Er kritisiert die Eind\u00e4mmung der Pandemie, nennt das &#8222;reine Konkurspolitik&#8220;, Betriebe w\u00fcrden absichtlich in den Bankrott gef\u00fchrt. Weiter beklagt er eine &#8222;Kampagne&#8220; gegen die AfD und spricht von &#8222;v\u00f6llig enthemmten Attacken gegen uns&#8220; mit dem Ziel, die Partei &#8222;zu vernichten&#8220;. Allerdings sagt er auch: &#8222;Menschen mit verfassungsfeindlichem Gedankengut haben in unserer Partei nichts zu suchen.&#8220; Zum Hauptthema des Treffens sagt Chrupalla, die AfD stehe f\u00fcr &#8222;soziale Demokratie&#8220;, ein &#8222;solidarisches Miteinander&#8220; und einen &#8222;f\u00fcrsorgenden Staat&#8220;. Darauf fu\u00dfe der Leitantrag zur Rentenpolitik, der k\u00f6nne &#8222;sich wirklich sehen lassen&#8220; und beseitige Altersarmut. Keine andere Partei habe ein vergleichbares Konzept zustande bekommen, behauptet er.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:32 \u2502 Derzeit werden von der B\u00fchne herab noch <strong>organisatorische Details<\/strong> erl\u00e4utert, vor allem zum Hygienekonzept. Gemahnt wird, an das Au\u00dfenbild zu denken: Bitte &#8222;keine Exzesse oder Ausf\u00e4lle&#8220;, hei\u00dft es.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:25 \u2502 Der zweite Parteivorsitzende, <b>Tino Chrupalla<\/b>, nennt es gegen\u00fcber <i>Phoenix<\/i> &#8222;verwunderlich&#8220;, dass Masken an den Pl\u00e4tzen getragen werden m\u00fcssen, man werde sich aber an die Vorschrift halten. Bilder aus dem Saal zeigen einige Delegierte ohne Masken.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:20 \u2502 Der AfD-Bundesvorsitzende <b>J\u00f6rg Meuthen<\/b> rechnet mit einem geordneten Ablauf. Man sei gut vorbereitet, allen Delegierten werde entsprechende Diziplin abgefordert, sagte er dem Sender <i>Phoenix<\/i>. Er sei &#8222;froh, dass wir einen Parteitag haben, auf dem wir inhaltlich arbeiten k\u00f6nnen&#8220;, m\u00f6glicherweise werde es aber kontroverse Diskussionen zum Leitantrag geben. Gefragt nach einem Antrag aus dem Kreisverband Freiburg (Baden-W\u00fcrttemberg), der sich gegen ihn richtet, sagte Meuthen: Dubravko Mandic, der dahinter steht, sei &#8222;nicht wirklich ernstzunehmen&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 10:07 \u2502 Der Parteitag hat <b>noch nicht begonnen<\/b>, derzeit gehen die Delegierten zu ihren Pl\u00e4tzen. Dort liegen f\u00fcr S\u00e4umige auch Masken bereit.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 09:15  \u2502 Tische und St\u00fchle wurden schon gestern Nachmittag aufgebaut, auch die meisten Delegierten sind seit dem Abend vor Ort. Statt langen Sitzreihen gibt es f\u00fcr sie in der Messehalle \u2013 gelegen im Vergn\u00fcgungspark &#8222;Wunderland&#8220; auf dem Gel\u00e4nde eines nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks \u2013 <b>Einzeltische<\/b> mit klar vorgeschriebener Sitzordnung und viel Abstand. Hintergrund: Die AfD nutzt eine Ausnahmeregelung in der NRW-Corona-Verordnung, die Parteitage erm\u00f6glicht. Digitale Formate lehnt die AfD ab, f\u00fcr sie das eine Prinzipienfrage. Deshalb hatte sie auch kurzfristig gegen die <b>strengen Hygieneauflagen<\/b> geklagt, aber gestern vor dem Oberverwaltungsgericht M\u00fcnster verloren. Demnach m\u00fcssen alle Anwesenden einen Mund-Nase-Schutz tragen, auch am Platz. Bei Verst\u00f6\u00dfen droht der Ausschluss von der Veranstaltung, \u00e4rgstenfalls sogar deren Abbruch. Die kommunalen Beh\u00f6rden haben penible Kontrollen angek\u00fcndigt.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Die letzten Aufbauarbeiten f\u00fcr den AfD-Parteitag in Kalkar laufen. Gerne h\u00e4tten wir das auch f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/tagesthemen?ref_src=twsrc%5Etfw\">@tagesthemen<\/a> heute gedreht. Doch die Partei m\u00f6chte das nicht. Die Angst, dass schon am Vorabend die ersten Menschen ohne Maske gefilmt werden, ist sehr gro\u00df. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/AfDBPT20?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#AfDBPT20<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/K8pEma4GdH\">pic.twitter.com\/K8pEma4GdH<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Martin Schmidt (@SchmidtLev) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SchmidtLev\/status\/1332379597544042496?ref_src=twsrc%5Etfw\">November 27, 2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 09:05 \u2502 Eine \u00dcberraschungsmeldung gibt es bereits kurz vor Begnn: <b>Alexander Gauland<\/b>, der im Februar seinen 80. Geburtstag feiern wird, will zur kommenden Bundestagswahl antreten. Das hatte er sich bisher offengehalten. Nach <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/afd-vor-dem-bundesparteitag-zermurbt-im-wunderland-4F6AEUAP7ZABHA3QZAGQKBJL4A.html\">\u21aa RND-Angaben<\/a> ist er als Spitzenkandidat in Brandenburg im Gespr\u00e4ch. &#8222;Das kann ich mir vorstellen&#8220;, sagt er, jedoch &#8222;eher f\u00fcr zwei als f\u00fcr vier Jahre.&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #1e73be\">\u2588<\/span> 09:00 \u2502 Noch eine Stunde, dann beginnt im nordrhein-westf\u00e4lischen Kalkar der <b>11. Bundesparteitag der AfD<\/b>. Es ist das erste gro\u00dfe Treffen der Partei seit der Neuwahl des Bundesvorstands vor fast genau einem Jahr \u2013 und wohl auch das letzte vor Beginn des Superwahljahres 2021. Erwartet werden rund 600 Delegierte. Sie bestreiten den mehrfach verschobenen &#8222;Sozialparteitag&#8220;, den durchzuf\u00fchren bereits vor zweieinhalb beschlossen worden war. Ziel ist die Einigung auf ein Rentenkonzept, bisher ein blinder Fleck im Programm. Weil sich lange kein Kompromiss zwischen unterschiedlichen Ans\u00e4tzen abzeichnete, kam es immer wieder zu Verschiebungen. Ein Termin im April platzte aufgrund der Pandemie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u25cf Live \u2502 +++ Parteitag beendet +++ \u2502 An diesem Wochenende traf sich die AfD in Kalkar (NRW) zu ihrem 11. Bundesparteitag. Im Zentrum des &#8222;Sozialparteitags&#8220; stand ein Leitantrag zur Rentenpolitik. Es gab einige Neuwahlen \u2013 und hitzige Reaktionen auf eine Rede des Vorsitzenden J\u00f6rg Meuthen. Die wichtigsten Ergebnisse und das komplette idas-Protokoll zum Nachlesen:<\/p>\n","protected":false},"author":14643,"featured_media":3996,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3930","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14643"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3930"}],"version-history":[{"count":165,"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4096,"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3930\/revisions\/4096"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3996"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/idas.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}