{"id":3122,"date":"2020-09-07T15:03:35","date_gmt":"2020-09-07T13:03:35","guid":{"rendered":"http:\/\/idas.noblogs.org\/?p=3122"},"modified":"2020-09-07T15:03:35","modified_gmt":"2020-09-07T13:03:35","slug":"obm-wahl-in-hoyerswerda-afd-kandidat-faellt-weit-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/idas.noblogs.org\/?p=3122","title":{"rendered":"OBM-Wahl in Hoyerswerda: AfD-Kandidat f\u00e4llt weit zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Die Lausitz gilt als blaue Modellregion, in der die AfD besonders stark verankert ist. Auch in Hoyerswerda erzielte sie in den vergangenen Jahren \u00fcberdurchschnittliche Ergebnisse. Doch in der ersten Runde der Oberb\u00fcrgermeister*innenwahl landete Marco Gbureck am Sonntag nur auf dem dritten Platz. Damit d\u00fcrfte der neueste Versuch der Partei geplatzt sein, erstmals ein Stadtoberhaupt zu stellen.<!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p><small><b>Beitrag vom 07.09.2020<\/b> \u2502 Im Bild: Marco Gbureck (2. v.l.) unter Rechtsextremen, hier bei einer Parteiveranstaltung im Sommer 2019 mit AfD-Landeschef J\u00f6rg Urban, dem Indentit\u00e4ren-Anh\u00e4nger Toni Schneider und dem Neonazi Andreas Kalbitz.<\/small><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #1e73be\">\u2193<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #1e73be\">Erfolgsserie abgebrochen<\/span><\/h3>\n<p>Mit einem unerwartet schlechten Ergebnis f\u00fcr den AfD-Kandidaten <strong>Marco Gbureck<\/strong> endete am Sonntag der erste Wahlgang der Oberb\u00fcrgermeister*innenwahl in Hoyerswerda (Landkreis Bautzen). Der 43-J\u00e4hrige erreichte nach dem vorl\u00e4ufigen Ergebnis 18,5 Prozent der Stimmen und landete damit auf dem dritten Platz \u2013 deutlich abgeschlagen hinter dem Spitzenreiter <strong>Torsten Ruban-Zeh<\/strong> (SPD) mit 31,8 Prozent und<strong> Dorit Baumeister<\/strong>, die f\u00fcr ein Wahlb\u00fcndnis von Linken, Gr\u00fcnen und &#8222;Aktives Hoyerswerda&#8220; antrat und 27,8 Prozent erhielt. Auf den weiteren Pl\u00e4tzen folgen <strong>Claudia Florian<\/strong> (CDU) mit 11,7 Prozent und <strong>Dirk Nasdala<\/strong> mit 10,2 Prozent, ein Kommunalpolitiker der Freien W\u00e4hler, der als Einzelbewerber antrat. Nicht auf die Wahlzettel schaffte es\u00a0<strong>Engelbert Merz<\/strong> von der extrem rechten <a href=\"https:\/\/idas.noblogs.org\/?p=1556\">&#8222;B\u00fcrgerinitiative Sachsen&#8220;<\/a>. Er war daran gescheitert, die erforderlichen 100 Unterst\u00fctzungsunterschriften vorzuweisen. Insgesamt gab es rund 27.600 Wahlberechtigte, die Beteiligung lag bei knapp 53 Prozent.<\/p>\n<p>Da keine der Kandidierenden die absolute Mehrheit erreichte, wird am 20. September ein zweiter Wahlgang folgen, bei dem eine einfache Mehrheit gen\u00fcgt. Ein Machtwechsel an der Stadtspitze deutet sich bereits an: Stefan Skora (CDU), der seit 2006 Oberb\u00fcrgermeister ist, scheidet aus dem Amt, seine Parteifreundin Claudia Florian liegt in der Gunst der W\u00e4hler*innen jedoch weit zur\u00fcck. Gbureck hat sich zu seinem Abschneiden bisher nicht ge\u00e4u\u00dfert, war bislang f\u00fcr Medienanfragen nicht zu erreichen. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass er im Rennen bleiben will: &#8222;Im zweiten Wahlgang z\u00e4hlt es&#8220;, schreibt heute die AfD-Regionalgruppe Hoyerswerda, der er vorsteht, in einem knappen Statement. Schon vor dem Wahltermin wurde f\u00fcr einer Veranstaltung geworben, die an diesem Mittwoch in der Lausitzhalle stattfinden soll. Gbureck wird daf\u00fcr unver\u00e4ndert als OBM-Kandidat angek\u00fcndigt, zudem die Bundestagsabgeordneten Karsten Hilse und Alice Weidel. Hilse ist zugleich Vorsitzender des AfD-Kreisverbands. Er hatte sich pers\u00f6nlich daf\u00fcr stark gemacht, dass Gbureck als offizieller Parteikandidat aufgestellt wird.<\/p>\n<p>Auf Gbureck lasteten damit gro\u00dfe Hoffnungen der Partei, sein Antritt galt als der aussichtsreichste Versuch der AfD, erstmals einen Oberb\u00fcrgermeister zu stellen, nachdem das im vergangenen Jahr in G\u00f6rlitz, gut 60 Kilometer entfernt, knapp misslungen war. Belastbare Prognosen gab es nicht, doch ein Kopf-an-Kopf-Rennen erschien denkbar, mit Gbureck in vorderer Position. Denn in der Region konnte die AfD bislang auf Spitzenwerte bauen: Zur Bundestagswahl 2017 lag sie mit 27,9 Prozent der Zweitstimmen in F\u00fchrung, das Direktmandat errang Karsten Hilse. Zur Europawahl im vergangenen Jahr war die AfD im Stadtgebiet erneut Spitzenreiter (29,3 Prozent), ebenfalls zur Kreistagswahl (29,4 Prozent), bei der Gbureck ein Mandat erlangte. Bei der Stadtratswahl erhielt er mit mehr als 3.100 Einzelstimmen sogar das zweitbeste Ergebnis, erneut war seine Partei obenauf (26,4 Prozent), stellt seitdem mit acht von 30 Sitzen die st\u00e4rkste Fraktion. Vorl\u00e4ufiger H\u00f6hepunkt war die Landtagswahl. Zwar lag die AfD mit 30,5 Prozent hinter der CDU. Das Direktmandat erhielt jedoch dank besserem Erststimmenergebnis die AfD-Kandidatin Doreen Schwietzer \u2013 obwohl sie vorher kaum bekannt war.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #1e73be\">Gbureck will die Braunkohle behalten<\/span><\/h3>\n<p>An diese Erfolgsserie konnte Gbureck jedoch nicht ankn\u00fcpfen, trotz nur minimal geringerer Wahlbeteiligung verlor er pers\u00f6nlich hunderte Stimmen. Nur in einem der 26 Wahlbezirke ging er in F\u00fchrung (28,1 Prozent), in einem zweiten Bezirk teilt er sich den Spitzenplatz. Kommunalpolitisch ist er schon l\u00e4nger engagiert, sa\u00df bis 2018 f\u00fcr die CDU im Stadtrat, wechselte dann die Partei. Das kam nicht \u00fcberraschend, schon Jahre zuvor hatte er sich nach rechtsau\u00dfen orientiert, nahm fr\u00fchzeitig an Pegida-Versammlungen teil. Im Wahlkampf der vergangenen Wochen zeigte er sich dann auff\u00e4llig h\u00e4ufig gemeinsam mit Toni Schneider, der ebenfalls f\u00fcr die AfD im Stadtrat sitzt und au\u00dferdem der verfassungsfeindlichen Identit\u00e4ren Bewegung nahesteht.<\/p>\n<p>Gbureck und Schneider waren zu Beginn der Pandemiezeit mit einer umstrittenen Aktion aufgefallen, als sie mit einigen Parteifreunden vor das Lausitzer Seenlandklinikum zogen. Dort wurde im Foyerbereich ein Blumenstrau\u00df f\u00fcr das Personal \u00fcbergeben, gegen das ausdr\u00fcckliche Anraten der Klinik, zum Schutz vor Infektionen unn\u00f6tige Besuche zu vermeiden. Der Chefarzt konterte damals mit einem Schreiben, in dem er der AfD vorwarf, \u201esich selbst, unsere Patienten und unsere Mitarbeiter unn\u00f6tig in Gefahr\u201c gebracht zu haben. Kurios: Der Stadtrat w\u00e4hlte Gbureck wenig sp\u00e4ter in den Aufsichtsrat des Klinikums. Der Vor-Ort-Auftritt samt Fototermin galt als ein eher unbeholfener Versuch, sich ins Gespr\u00e4ch zu bringen.<\/p>\n<p>In seinem Wahlkampf warb Gbureck mit Slogans wie \u201eBesser Hoy-te als morgen!\u201c und \u201eEin Weiter so wird es mit mir nicht geben\u201c. Tats\u00e4chlich ist er aber der einzige Bewerber, der am Braunkohleabbau in der Region festhalten will. Eine zentrale Forderung seines Wahlprogramms ist zudem die Idee, f\u00fcr die Stadt eine Smartphone-App zu entwickeln. Als probate Antwort auf die Probleme der Region, in der sich ein tiefgreifender Strukturwandel vollzieht, ist das offenbar nicht verstanden worden. Seit der Wende verlor Hoyerswerda zwei Drittel der einstigen Bev\u00f6lkerung, vor allem junge Menschen zogen weg, das Durchschnittsalter stieg dadurch um ein Vierteljahrhundert an. Gbureck, der aus der Stadt stammt, ist geblieben und war nun der j\u00fcngste Kandidat. Er ist ausgebildeter B\u00e4cker und Orthop\u00e4dietechniker, leitete einige Jahre ein Sanit\u00e4tshaus. Heute arbeitet er als freiberuflicher Immobilienmanager und lebt von Einnahmen aus der Vermietung von Wohnungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lausitz gilt als blaue Modellregion, in der die AfD besonders stark verankert ist. Auch in Hoyerswerda erzielte sie in den vergangenen Jahren \u00fcberdurchschnittliche Ergebnisse. Doch in der ersten Runde der Oberb\u00fcrgermeister*innenwahl landete Marco Gbureck am Sonntag nur auf dem dritten Platz. 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